Tennis: Kiefer trennt sich von Manager Olsson: Haas eröffnet Daviscup-Partie gegen Rumänien
zuletzt aktualisiert: 08.02.2001 - 19:38Braunschweig (dpa). Daviscup-Experte Thomas Haas muss vor seinem Auftaktmatch gegen Rumänien umlernen. Der Ranglisten-beste deutsche Spieler bekommt es am Freitag im ersten Einzel unerwartet mit Ersatzspieler Ionut Moldovan zu tun. Unmittelbar vor der Auslosung am Donnerstag in Braunschweig meldete sich Adrian Voinea krank und gab den zweiten Platz im Team der Gäste an den Tennis-Nobody ab. Seine Feuertaufe nach einjähriger Abstinenz wird anschließend Nicolas Kiefer gegen die Nummer eins der Gäste, Andrej Pavel, bestreiten. "Ich will zwei Punkte holen", sagte der "Lokalmatador", der in fünf Daviscup-Auftritten bislang nur einen Sieg feiern konnte.
Unmittelbar vor der Erstrundenbegnung wurde bekannt, dass sich Nicolas Kiefer offenbar von seinem Manager Peter Olsson getrennt hat. Der eigenwillige 23-jährige Holzmindener, der zuletzt wegen Olymia- und Daviscupteilnahme ständig Auseinandersetzungen mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB) hatte, und der Münchener Olsson wollen nach nur einjähriger Zusammenarbeit getrennte Wege gehen.
Der Einzug ins Achtelfinale ist zur Pflichtaufgabe erklärt worden. "Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Riesenenttäuschung", sagte stellvertretend Marc-Kevin Goellner. Der Wahl-Londoner kommt an der Seite von David Prinosil im Doppel am Samstag (15.00 Uhr) zum Einsatz. Gegner werden wie in der mit 4:1 gewonnen Abstiegspartie in Bukarest im September vor zwei Jahren Pavel und Gabriel Trifu sein.
Die abschließenden Einzel am Sonntag (13.00 Uhr) spielen Haas und Pavel sowie danach Kiefer und Moldovan. Spätestens dann soll im siebten Vergleich der fünfte Sieg für die Mannschaft des Deutschen Tennis Bundes (DTB) feststehen. Dass seine Spieler die Partie schon abhaken, bevor die Matches gewonnen sind, fürchtet Team-Kapitän Carl- Uwe Steeb nicht. "Alle wissen, dass im Daviscup auch die vermeintlich Schwächeren über sich hinauswachsen können. Aber vor eigenem Publikum ist die Anspannung so groß, dass keine Gefahr besteht, den Gegner zu unterschätzen."
"Ich kenne Moldovan nur aus der Jugend", konnte Haas nicht viel Erhellendes über seinen neuen Kontrahenten erzählen. "Wir haben vor Jahren auch in der Akademie in Florida miteinander trainiert." Für Kiefer ist der 23-Jährige aus Constanta, der im Champions Race nicht geführt wird, ebenfalls ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt. "In der Jugend habe ich einige Male gegen ihn gespielt", sagte er. Dass er am Freitag erst als Zweiter zum Einsatz kommt, ist ihm "eigentlich egal. Ich gehe davon aus, dass Tommy den ersten Punkt holt. Und dann will ich auch gewinnen."
Wie in Bukarest will Haas wieder für zwei Punkte sorgen und seine beeindruckende Daviscup-Bilanz von bisher neun Siegen und nur einer Niederlage weiter verbessern. Dafür hat er sich nach der Pleite bei den Australian Open in Florida vorbereitet. "Aber ich habe auch ein paar Tage relaxt", gab er schmunzelnd zu. Mit Team-Kapitän Steeb wurde nach der unverhofften Auswechslung Voineas ein abendliches "Einstellungs-Gespräch" anberaumt. "Ich bin total überrascht", sagte Steeb und erklärte: "Adrian soll eine Zerrung haben." Letztlich sei das alles aber unerheblich. "Unsere Spieler müssen sich auf ihre Stärken besinnen."
Die öffentlich-rechtlichen ARD und ZDF werden die Partie aus Braunschweig übertragen. "Es ist ganz wichtig, dass Tennis nicht nur im Bezahl-Fernsehen zu sehen ist", meinte DTB-Präsident Georg von Waldenfels. Am Freitag gehen die "Mainzelmänner" auf Sendung; am Samstag und Sonntag zeigt "Das Erste" Bilder aus der VW-Halle, die an allen drei Tagen mit 6 500 Zuschauern ausverkauft sein soll.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











