Bombenalarm bei den French Open: Haas erstmals im Achtelfinale
zuletzt aktualisiert: 31.05.2002 - 18:20Paris (rpo). Thomas Haas steht zum ersten Mal im Achtelfinale der French Open in Paris. Er gewann am Freitag gegen den Finnen Jarkko Nieminen. Derweil gab es eine Schrecksekunde auf einem der Tennisplätze.
Thomas Haas hat den deutschen WM-Kickern rechtzeitig vorgemacht, wie man sich mit einer mittelmäßigen Leistung ins Achtelfinale zittert. Der beste deutsche Tennisprofi gewann sein Drittrundenmatch gegen den Finnen Jarkko Nieminen am Freitag bei den French Open mit 6:3, 7:5, 2:6, 6:4. Als nach 2:36 Stunden der sechste Matchball den roten Sand aufstauben ließ, war der Jubel groß: Im fünften Anlauf hatte Haas zum ersten Mal die Runde der besten 16 erreicht. Nun ist für den 24-Jährigen, der im Pariser Stade Roland Garros an Nummer 3 gesetzt ist, sogar noch mehr drin, denn auch die Aufgabe im Viertelfinale scheint lösbar: Der in Florida lebende Hamburger trifft am Sonntag auf den Sieger des Duells zwischen dem Rumänen Andrei Pavel und dem Spanier Albert Montanes.
Bei herrlichem Sonnenschein begann Haas auf dem Court Suzanne Lenglen sehr konzentriert. Der Olympia-Zweite von Sydney erzwang ein frühes Break zum 3:1 - das war die Vorentscheidung zum ersten Satzgewinn nach 35 Minuten. Auch im zweiten Durchgang hatte der 20 Jahre alte Finne, der in diesem Jahr schon in zwei Sandplatzfinals auf der ATP-Tour stand, zum druckvollen Spiel des Deutschen mehr Fragen als Antworten. Haas konnte Nieminen zwei Mal den Aufschlag abnehmen; nach 38 Minuten war der zweite Akt erfolgreich beendet.
Haas zog die Schläge voll durch, die Schmerzen in seiner entzündeten rechten Schulter schien er erneut "wegzublocken" - ebenso den Respekt vor seinem Gegner. "Das wird eine schwere Aufgabe", hatte der Schützling von Trainer David "Red" Ayme befürchtet, "Nieminen spielt auf Sand sehr gut." Aber eben nicht gut genug. Der Finne machte zu viele leichte Fehler, die deutsche Nummer 1 zunächst deutlich weniger. Im dritten Durchgang baute Haas seinen Gegner regelrecht auf, fand aber im vierten Satz ins Match zurück.
Auch Titelverteidiger Gustavo Kuerten steht im Achtelfinale. Der 25-jährige Brasilianer gewann gegen den Chilenen Fernando Gonzales 6:3, 2:6, 7:6 (8:6), 6:4. Nach 2:42 Stunden konnte sich der dreimalige Paris-Sieger im 400. Match seiner Karriere über den 50. Erfolg in einer Grand-Slam-Partie freuen.
Eine Belgierin wird die French Open auch in diesem Jahr nicht gewinnen. Nach Justine Henin schied auch Vorjahres-Finalistin Kim Clijsters aus. Die an Nummer vier gesetzte Mitfavoritin verlor ihr Drittrundenmatch überraschend gegen die Argentinierin Clarisa Fernandez mit 4:6, 0:6. Nach nur 65 Minuten war das Schicksal von Clijsters besiegelt; Henin war bereits in der 1. Runde des mit 11,2 Millionen Dollar dotierten Sandplatzturniers ausgeschieden.
Nach einem Bombenalarm musste Platz 1 am Nachmittag während der Partie zwischen Carlos Moya und Guillermo Canas geräumt werden. Die Ordnungskräfte hatten einen schwarzen Aktenkoffer auf den Traversen entdeckt und konnten seinen Besitzer nicht ausfindig machen. Alle Zuschauer verließen die Anlage innerhalb weniger Minuten; das Bombenräumkommando fand in der Tasche jedoch nichts Explosives und konnte nach knapp einer Stunde Entwarnung geben.
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