15 deutsche Profis bei den US Open am Start: Haas im Finale gegen Sampras
zuletzt aktualisiert: 26.08.2001 - 12:10New York (rpo). Thomas Haas lässt hoffen: Mit dem Finaleinzug beim Vorbereitungsturnier in Long Island ist dem Hamburger eine überzeugende Generalprobe für die am Montag beginnenden 115. US Open geglückt. Der 23-jährige Tennisprofi bezwang Australian-Open-Finalist Arnaud Clement aus Frankreich 6:3, 7:6 (7:3) und kann sich am Sonntag seinen zweiten Turniersieg dieses Jahres sichern.
Den ersten Coup hatte Haas zu Jahresbeginn in Sydney, unmittelbar vor den Australian Open, gelandet. Ein gutes Omen. Finalgegner der deutschen Nummer Eins in Long Island ist allerdings kein Geringerer als Pete Sampras. Der mit 13 Titeln erfolgreichste Teilnehmer an Grand-Slam-Turnieren hatte sein Halbfinale gegen den Schweden Thomas Johansson 7:5, 6:3 gewonnen.
Haas äußerte sich nach dem Sieg gegen Clement zufrieden mit seiner US-Open-Vorbereitung. Schon vor drei Wochen beim Masters-Turnier in Montreal konnte er den kleinen Franzosen deutlich bezwingen. "Ich warte jetzt geduldiger auf meine Chancen und gebe alles. In dieser Form werde ich nächste Woche nur schwer zu schlagen sein", tönte der Olympia-Zweite, der sein erstes Spiel in Flushing Meadows gegen den Niederländer John van Lottum bestreitet. Für Haas wird es das 13. Match bei den US Open (bisherige Bilanz 7:5). Im Vorjahr war er in der 2. Runde von Landsmann Rainer Schüttler gestoppt worden.
Kiefer mit neuem Betreuerstab
Daviscup-Kollege Nicolas Kiefer hingegen will bei seinem "Lieblingsturnier" mit einem neuen Betreuerstab zu alter Leistungsstärke zurückfinden. Der letztjährige Viertelfinalist, der sich bereits nach Wimbledon von seinem Trainer Lars Wahlgren "im freundlichen Einvernehmen" getrennt hat, präsentiert sich vorerst mit Joachim Kretz, dem bisherigen Coach des Oberhauseners Jens Knippschild, sowie einem eigenen Physiotherapeuten.
"Lars hatte als Bundesliga-Trainer einfach nicht die Zeit, um ständig mit mir zu reisen. Deshalb bin ich froh, dass mich Joachim Kretz zumindest bis zu den US Open begleitet. Wir verstehen uns vor allem auch außerhalb des Trainings hervorragend", sagte Kiefer, der zum Auftakt gegen Schüttler (Bad Homburg) antritt.
15 deutsche Profis - sechs Herren und neun Damen - starten insgesamt im "Big Apple", wo das Rekord-Preisgeld von 15,8 Millionen Dollar (17,3 Millionen Euro/34 Millionen Mark) ausgeschüttet wird. Neben dem Daviscup-Quartett Haas, Kiefer, Schüttler und David Prinosil sind noch Lars Burgsmüller und Qualifikant Björn Phau dabei. Prinosil trifft auf George Bastl, Burgsmüller auf dessen Schweizer Landsmann Roger Federer und Phau auf den Schweden Thomas Enqvist.
Huber gegen Argentinierin Salerni
Bei den Damen schaffte die bisher unbekannte Nina Dubbers den Sprung in das Feld der 128 Spielerinnen. Die 21-Jährige aus der Becker-Stadt Leimen hatte bei den US Open erstmals den Anlauf auf ein Grand-Slam-Turnier gewagt. Als Gegnerin wartet nun Sandrine Testud (Frankreich). Anke Huber muss sich bei ihren letzten US Open gegen die vorjährige Junioren-Siegerin Maria Emilia Salerni (Argentinien) durchsetzen, gegen die sie jüngst beim Fed-Cup in drei Sätzen gewonnen hatte.
Bianka Lamade hat Jewgenia Kulikowskaja (Russland), Martina Müller die Tschechin Denisa Chladkowa zur Gegnerin. Marlene Weingärtner, Andrea Glass, Anca Barna, Barbara Rittner und Jana Kandarr müssen sich allesamt mit Amerikanerinnen messen. Vor scheinbar unlösbaren Aufgaben stehen Glass gegen die an Nummer drei gesetzte Lindsay Davenport und Barna gegen die 99er Siegerin Serena Williams.
Deren ältere Schwester Venus geht nach ihrem Erfolg beim Turnier von New Haven im US-Bundesstaat Connecticut erneut als Favoritin in das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres. Die Titelverteidigerin und Wimbledon-Gewinnerin bezwang Davenport 7:6 (8:6), 6:4 und setzte sich damit in New Haven zum dritten Mal in Folge durch. "Ich werde bei den US Open nicht nur hart kämpfen, sondern möchte vor allem viel Spaß haben und mich wohlfühlen", kündigte Venus Williams an.
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