Wieder in den Top 20: Haas tankt in Kitzbühel Kraft für den Herbst
zuletzt aktualisiert: 16.10.2000 - 13:14Wien (sid). Auch das dritte Saisonfinale hat er verloren, den zweiten Turniersieg der Karriere nach Memphis 1999 verpasst, und trotzdem zog Tommy Haas nach dem ATP-Turnier in Wien ein rundum positives Fazit. "Wien war für mich ein großer Erfolg, auch wenn das Happyend fehlte", sagte der 22-Jährige: "Es war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft. Ich glaube, ich habe das Rezept zum Siegen gefunden, vielleicht durchbreche ich in Basel auch die Finalblockade."
Nach dem erfolgreichen Auftritt in der Walzermetropole und einer einwöchigen Erholungspause in seiner Wahlheimat Kitzbühel will Haas in Basel (23. bis 29. Oktober) zum nächsten Coup ausholen und seine kleine Chance auf die Qualifikation für die ATP-WM in Lissabon (27. November bis 3. Dezember) wahren. Gerne hätte er seine negative Finalserie mit nur einem Sieg in neun Endspielen schon in Wien beendet, doch am Ende verlor er klar in drei Sätzen gegen den Briten Tim Henman. Dennoch gehört Tommy Haas im Champions Race der ATP als Nummer 19 wieder zu den Top 20. In Basel, Stuttgart und Paris-Bercy will er weiter nach oben klettern.
Die Entwicklung des Tommy Haas in den letzten drei Wochen ist erstaunlich. Noch vor einem Monat war er wegen anhaltender Rückenprobleme von Selbstzweifeln geplagt - dann kam Sydney. "Ich war bei Olympia so richtig gut drauf und bin froh, dass ich die Form halten konnte. Das ist eine Riesenerleichterung", meinte Haas. Nachdem regelmäßiges Training im Sommer wegen eines Bandscheibenvorfalls praktisch unmöglich war, hat er zuletzt fast vier Wochen an einem Stück trainieren können.
Ausschlaggebend für den jüngsten Höhenflug war unter anderem auch die Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Bollettieri-Trainer Raul Ordonez, bei dem Haas auf seiner Suche nach dem idealen "Mann für alle Stunden" fündig wurde. "Ich habe ihm viel zu verdanken", lobte Deutschlands Nummer zwei: "Er hat immer die richtige Taktik und Strategie parat und unheimlich viel Ahnung vom Tennis. Wir passen gut zusammen."
Nach wie vor ist Haas auf der Suche nach einem eigenen Physiotherapeuten, der ihn künftig ständig auf der Profitour begleiten soll. Die Erfahrungen von Sydney, als sich DTB-Physiotherapeut Klaus Eder täglich ausgiebig um die lädierte Muskulatur des Daviscupspielers kümmerte, hat Haas schlau gemacht: "Im Prinzip ist ein Masseur wichtiger als ein Trainer."
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