Turniere in Wien und Filderstadt: Haas und Huber im Gleichschritt ins Viertelfinale
zuletzt aktualisiert: 11.10.2001 - 18:23Filderstadt/Wien (rpo). Anke Huber und Tommy Haas haben im Gleichschritt das Viertelfinale erreicht. Die 26-jährige Huber setzte sich auf ihrer Abschiedstournee beim WTA-Turnier in Filderstadt überraschend mit 6:3, 4:6, 6:3 gegen die Wimbledon-Finalistin Kim Clijsters aus Belgien durch, Daviscupspieler Haas besiegte beim ATP-Turnier in Wien den Tschechen Jiri Novak 7:6 (7:3), 6:3.
Bereits zum zweiten Mal mussten die Veranstalter in Filderstadt das vorbereitete Abschiedsgeschenk für die künftige "Tennisrentnerin" Huber wieder einpacken. Knapp 3.000 Zuschauer feuerten die Karlsdorferin, die Ende des Jahres ihre Karriere beenden will, immer wieder lautstark an und feierten sie nach dem Matchball mit Standing Ovations. Im Viertelfinale wartet die Siegerin der Partie Justine Henin (Belgien) gegen Chanda Rubin (USA) auf die zweimalige Filderstadt-Siegerin (1991 und 1994), die ihren Tennisschläger nach dem Matchball an Fans verschenkte.
Anke Huber überraschte ihre Gegnerin vor allem im ersten Satz mit druckvollem Spiel. "Ich wusste, ich muss schnelle Bälle auf dem schnellen Boden spielen", hatte sich die Nummer 20 der Weltrangliste ihre Taktik gegen die 15 Ränge besser platzierte Belgierin zurecht gelegt.
Eine Taktik, die aufgehen sollte. "Der schnelle Platz in Filderstadt liegt mir einfach", meinte Anke Huber nachher. Nun will sie in Filderstadt weiter punkten. Denn es lockt das Mastersfinale in München (29. Oktober bis 4. November). Allerdings will Huber die vom dortigen Veranstalter bereit gelegte Wildcard nicht akzeptieren, sondern sich sportlich qualifizieren. "Dies wäre gegenüber der ursprünglich qualifizierten Spielerin nicht fair", begründete sie ihre Haltung.
Im Halbfinale wäre dann die Weltranglistenzweite Jennifer Capriati (USA), die in Filderstadt auf dem Weg zur Nummer eins ist, oder die Französin Sandrine Testud die Gegnerin. Mit einem 7:5, 6:1 spielte sich die an Nummer drei gesetzte Lindsay Davenport (USA) gegen die Luxemburgerin Anne Kremer, die Glamour-Girl Anna Kurnikowa bezwungen hatte, ins Viertelfinale.
Haas in blendender Verfassung
Thomas Haas präsentiert sich beim Tennis-Turnier in Wien in hervorragender Verfassung. Im Viertelfinale trifft der 23-Jährige am Freitag entweder auf Bohdan Ulihrach (Tschechien) oder Tommy Robredo (Spanien). Als einziger Gesetzter in seiner Tableauhälfte scheint der Weg ins Finale, das er auch im Vorjahr erreichte, frei. "Ich werde alles geben", versprach Haas.
Einen Tag nach seinem Kurzeinsatz gegen Jerome Golmard musste Haas knapp 90 Minuten kämpfen, ehe er den verdienten Sieg unter Dach und Fach gebracht hatte. Im ersten Satz lag der 16. im Champions Race bereits mit 2:4 im Hintertreffen, schaffte dann aber das Rebreak zum 4:4. Im Tiebreak hatte Haas dann wenig Mühe, seinen 26 Jahre alten Kontrahenten auf Distanz zu halten.
Im zweiten Durchgang schaffte Haas zwar ein schnelles Break zum 1:0, gab dann aber sein Service zum 2:2 zum wiederholten Male ab. Die Vorentscheidung fiel im siebten Spiel, als Haas dem Tschechen erneut den Aufschlag abnahm. Der Rest war für den derzeit besten deutschen Tennisprofi Formsache. "Es war sicherlich nicht leicht. Er ist ein sehr gefährlicher Spieler", bilanzierte Haas.
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