Lösbare Aufgaben bei French Open: Haas und Kiefer mit Sorgen
zuletzt aktualisiert: 26.05.2002 - 14:10Paris (rpo). Thomas Haas kämpft gegen Michal Tabara und seine schmerzende Schulter, bei Nicolas Kiefer sind im Duell mit Alex Calatrava auch die Nerven im Spiel. Für die beiden wird der Auftakt der French Open zum Sand-Start mit Sorgen.
Vor allem für Haas, denn sein altes Leiden bereitet dem 24 Jahre alte Hamburger neuen Kummer. "Wenn ich voll durchziehe, habe ich tierische Schmerzen in der Schulter", meinte der in Roland Garros an Nummer drei gesetzte Deutsche. "Ich muss jetzt etwas mehr für meinen Körper tun, etwas mehr Krafttraining machen", hat sich Haas fest vorgenommen.
Bei einem lockeren Trainingsspielchen mit dem Australier Mark Philippoussis wollte er noch einmal seine Fitness testen - möglicher Weise schon als Generalprobe für das am Montag beginnende zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres. Denn Hoffnungen auf einen späteren Spielbeginn, eventuell erst am Dienstag, macht sich der Olympia-Zweite kaum. "Ich glaube nicht, dass sie für mich eine Ausnahme machen. Bei einem Agassi oder Kuerten wäre das schon etwas anderes", so der Weltranglisten-Sechste.
Mit dem zwei Jahre jüngeren Michal Tabara hat Haas, der in Sarasota/Florida residiert, noch eine alte Rechnung offen. 1996 warf ihn der kleine Tscheche im Junioren-Viertelfinale der French Open aus dem Turnier. Diesmal scheint er ein leichtes Los zu sein, aber Haas warnte schon vor dem "Zwerg" aus Tschechien, der im Champions Race genau 100 Plätze hinter dem deutschen Top-Spieler notiert ist: "Der läuft jeden Ball raus." Vielleicht wächst der 1,75 m kleine Außenseiter schon in der ersten Runde über sich hinaus.
Körperlich und mental in Top-Form sein muss auch Kiefer im Duell mit dem 1973 in Köln geborenen Alex Calatrava - sonst droht dem Holzmindener schon zum neunten Mal in dieser Saison das Erstrunden- Aus. "Mein Gott, schon wieder ein Spanier", stöhnte Kiefer, "die wissen, wie man auf Sand spielt. Ich hab?s noch nicht ganz so raus." Zumindest hat er eine makellose Match-Bilanz gegen Calatrava: Alle drei Matches gewann der Deutsche - vor zwei Jahren auch das bisher einzige Duell auf Sand.
Sieben deutsche Damen und sieben deutsche Herren schlagen bei dem zweiwöchigen Traditionsturnier auf, das mit der Rekordsumme von 12,2 Millionen Euro (11,2 Millionen Dollar) dotiert ist. Haas (Nummer 3) und Rainer Schüttler (24) sind die einzigen gesetzten Deutschen. Der Korbacher trifft zunächst auf den Italiener Stefano Galvani.
Das schwerste Los unter den deutschen Damen hat Bianka Lamade (Pforzheim), die auf die Weltranglisten-Zweite Venus Williams (USA) trifft. Martina Müller (Hannover) - derzeit auf Rang 67 der Weltrangliste die deutsche Nummer 1 - muss im Duell mit Amanda Coetzer aus Südafrika erstmals Farbe bekennen. Von den sieben deutschen Damen im Hauptfeld ist keine unter den 32 gesetzten.
Während Jennifer Capriati (USA) und Gustavo Kuerten (Brasilien) bereit zur Titelverteidigung sind, steht hinter dem Russen Marat Safin ein dickes Fragezeichen. Die Nummer 1 der Tennis-Welt leidet an einem eingeklemmten Nerv im Rücken; beim World Team Cup in Düsseldorf stieg Safin vorzeitig aus und ließ sich bei Prof. Hubert Krahl in Essen untersuchen.
Der Orthopädie-Professor war lange Jahre auch der "Leibarzt" von Steffi Graf, die ihrem Mann Andre Agassi kräftig die Daumen drückt. Der 32 Jahre alte Amerikaner gibt in Paris sein Grand-Slam- Saisondebüt, nachdem er die Australian Open wegen einer Handgelenkverletzung absagen musste.
Die "Gräfin" räumt ihm sogar Chancen auf den Gewinn seines achten Grand-Slam-Titels ein. "Für mich ist es beeindruckend zu sehen, wie er mit seiner Trainingsmethode, seine Fitness nicht nur erhalten, sondern sogar in den letzten Jahren noch steigern konnte", sagte die einst weltbeste Tennisspielerin in der "Welt am Sonntag" - und verriet ein Geheimnis: Agassi wird erstmals in Roland Garros mit Rasenplatzschuhen spielen, da er die Bälle auslaufen und nicht zu ihnen rutschen will.
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