Tennis: Davenport gescheitert: Halbfinals von Filderstadt komplett
zuletzt aktualisiert: 11.10.2002 - 20:42Filderstadt (rpo). Das Halbfinal des WTA-Turniers in Filderstadt ist komplett. Neben Daniela Hantuchova haben am Freitag auch Elena Dementjewa, Amelie Mauresmo und Kim Clijsters die Vorschlussrunde erreicht.
Aus der Traum vom zweiten Porsche: Titelverteidigerin Lindsay Davenport ist im Viertelfinale des mit 565.000 Dollar dotierten Tennisturniers in Filderstadt an Kim Clijsters gescheitert. Die Belgierin bezwang die Vorjahressiegerin aus den USA am Freitag vor den Augen ihres Freundes Lleyton Hewitt mit 4:6, 6:3 und 6:4 und trifft im Halbfinale am Samstag auf die Französin Amelie Mauresmo.
"Bei den US Open habe ich gegen sie verloren. Jetzt hoffe ich auf eine Revanche", sagte Clijsters. Die Französin ist jedoch ebenfalls scharf auf schnelle Autos. "Ich hoffe auf den Porsche", sagte die US- Open-Halbfinalistin nach ihrem 6:3 und 6:4-Sieg über Tatjana Panowa. Im zweiten Halbfinale stehen sich Elena Dementjewa aus Russland und die Slowakin Daniela Hantuchova gegenüber.
Rittner-Bezwingerin Mauresmo brauchte 80 Minuten, um Panowa zu bändigen und erstmals in Filderstadt ins Halbfinale einzuziehen. Sie verrichtete ihre Arbeit schnörkellos und ohne Gefühlsregung. "Auf dem Platz darf man kein Engel sein", sagte sie in Anspielung auf ihre Tätowierung am rechten Oberarm und übte Kritik an ihrem Spiel. "Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit meinem Aufschlag und dem Spiel am Netz. Ich bin froh, dass ich es hinter mir habe. Im Halbfinale muss ich mich steigern."
Daniela Hantuchova erreichte gleich bei ihrem Debüt im Schwäbischen die Runde der letzten Vier. "Ich bin zuversichtlich, aber sie wird mir alles abverlangen", sagte die 19-Jährige vor dem Vorschlussrunden-Duell gegen Dementjewa. Die Weltranglisten-Elfte fertigte am Freitag Alexandra Stevenson in nur 39 Minuten mit 6:1 und 6:2 ab. Die amerikanische Qualifikantin hatte im Achtelfinale mit ihrem Sieg über die topgesetzte Jennifer Capriati für eine Sensation gesorgt. Hingis-Bezwingerin Dementjewa setzte sich gegen Qualifikantin Myriam Casanova mit 6:2 und 6:3 durch. Die 17-jährige Schweizerin hatte Vorjahresfinalistin Justine Henin (Belgien) "auf dem Gewissen".
Die beiden aufstrebenden Spielerinnen aus Osteuropa treffen im Halbfinale zum insgesamt vierten Mal aufeinander. Bislang gewann stets Hantuchova - zuletzt vor einem Jahr im Viertelfinale von Leipzig. "Es wird sicher ein interessantes Match. Ich freue mich darauf", sagte Dementjewa, die bislang noch kein WTA-Turnier gewinnen konnte. Die Olympia-Zweite hatte am Vortag Martina Hingis ausgeschaltet.
Die frühere Weltranglistenerste aus der Schweiz kündigte am Freitag den Verzicht auf alle Turniere bis zum Jahresende an. "Ich bin im Moment nicht fähig, jene Leistungen zu erbringen, die ich von mir erwarte, und die ich dem Publikum und meinen Sponsoren schuldig bin", sagte Hingis am Freitag auf einer Pressekonferenz in Zürich. Sie hatte sich vor einem Jahr in Filderstadt eine schwere Bänderverletzung zugezogen und war danach zwei Mal am Knöchel operiert worden. In der am Montag erscheinenden Weltrangliste wird die 22-Jährige erstmals seit sechs Jahren nicht in den Top Ten auftauchen.
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