Eishockey: Crocodiles statt wirtschaftlich angeschlagener Star Bulls?: Hamburg spekuliert auf Rosenheims Lizenz
zuletzt aktualisiert: 08.04.2000 - 19:20Hamburg/Rosenheim (sid). Zwischen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) ist neuer Ärger programmiert. Der Aufstieg von Zweitligist Hamburg Crocodiles und das Ende der Star Bulls Rosenheim in der DEL werden nach Angaben der Berliner Tageszeitung Die Welt immer wahrscheinlicher.
Angeblich steht bereits eine von Hamburg zu zahlende Summe in Höhe von 2,3 Millionen Mark für die DEL-Lizenz der wirtschaftlich angeschlagenen Bayern im Raum. Nach Informationen der Welt sei es möglich, dass die Verträge in der kommenden Woche unterschriftsreif vorliegen könnten.
Damit würden die Crocodiles nach dem noch zu ermittelnden sportlichen DEL-Aufsteiger aus der zweiten Liga als zweiter Klub aus dem DEB-Bereich in die DEL wechseln. Im Hinblick auf die jüngste Entscheidung des DEL-Schiedsgerichts, den sportlich abgestiegenen Essener Moskitos nachträglich doch noch den Klassenerhalt zu bescheren, bietet ein möglicher "Aufstieg" der Hamburger also weiteren Zündstoff.
Durch das "Nichtabstiegs-Urteil" zugunsten der Essener ist die getroffene Absprache in Sachen Auf- und Abstiegsregelung zwischen DEL und DEB hinfällig geworden und hat bereits für erhebliche Missstimmung bei einigen Verantwortlichen geführt. So erklärte der DEB-Vorsitzende Rainer Gossmann empört: "Die DEL hat wieder einmal bewiesen, dass sie nicht vertrauenswürdig ist."
Rosenheims Geschäftsführer Peter Lutz von der Spielbetriebs-GmbH der Star Bulls mochte die Gerüchte bezüglich der Lizenzübernahme unterdessen noch nicht bestätigen. "Dazu kann ich keine Stellung nehmen. Es ist richtig, dass wir Probleme haben. Allerdings planen wir noch für die DEL. An diesem Wochenende wird in intensiven Gesprächen mit unseren Sponsoren eine Entscheidung getroffen, ob es weitergeht. Danach ist alles möglich", meinte Lutz.
Sicher sei nach Angaben der Welt auch, dass die DEL den Crocodiles für den Zeitraum von 14 Monaten eine Sondergenehmigung zur Hallennutzung erteilen würde. Mit 2.450 Plätzen entspricht die Heimstatt der Hamburger nicht den Anforderungen in der höchsten deutschen Profiliga. Den nötigen Bau einer neuen Halle mit 10.000 Sitzplätzen, die ab der Saison 2001/2002 genutzt werden könnte, habe Klubchef Klaus-Peter Jebens längst vorbereitet, heißt es.
In das Finanzierungkonzept des 100-Millionen-Mark-Projektes soll auch US-Milliardär Philip Anschutz eingebunden werden. Anschutz ist unter anderem Eigner der Eisbären Berlin und der München Barons, die in der DEL die Finalserie gegen die Kölner Haie spielen. Liga-Neuling München hatte erst durch die Übernahme der Lizenz des EV Landshut im letzten Jahr die Eintrittskarte in die DEL erworben.
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