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Austin
Hamilton hält den WM-Kampf offen

Austin. Formel 1: Der Engländer siegt in Austin vor Teamrivale und Spitzenreiter Rosberg, der noch 26 Punkte Vorsprung hat. Von Thomas Weitekamp

Lewis Hamilton hat die Jagd auf Nico Rosberg eröffnet und für neue Spannung im WM-Duell der Mercedes-Piloten gesorgt. Der Formel-1-Weltmeister gewann zum dritten Mal in Folge den Großen Preis der USA, für seinen deutschen Teamrivalen blieb nur der zweite Rang. Drei Rennen vor Saisonende liegt Rosberg noch 26 Zähler vor dem Briten.

Für Hamilton war es der erlösende erste Sieg seit fast drei Monaten, für ihn müssen aber weitere folgen - für Rosberg, der zuvor fünf der zurückliegenden sechs Rennen gewonnen hatte, änderte sich auf dem Weg zu seinem ersten WM-Triumph derweil wenig: Noch immer reichen zwei zweite Plätze und ein dritter Platz sicher, einen groben Ausrutscher sollte sich der 31-Jährige aber nicht mehr erlauben.

"Die USA sind immer ein gutes Jagdrevier für mich", sagte Hamilton: "Ich kann nur versuchen, immer weiter so zu fahren. Nico hatte ein starkes Jahr, aber die Schlacht geht weiter." Rosberg war nicht komplett glücklich: "Ich habe beim Start ein bisschen was verloren. Unter dem Strich ist der zweite Platz in Ordnung - Schadensbegrenzung eben."

Rang drei ging an den Australier Daniel Ricciardo im Red Bull, für den zu Beginn des Rennens noch mehr möglich schien. Vierter wurde Sebastian Vettel im Ferrari, der durch einen Ausfall seines Teamkollegen Kimi Räikkönen um eine Position vorgerückt war. Am Boliden des Finnen war beim Stopp ein Rad nicht richtig verschraubt worden. Es war der nächste peinliche Aussetzer bei Ferrari in diesem Jahr.

Für Nico Hülkenberg im Force India endete das Rennen schon in der ersten Runde nach einer Kollision mit Vettel. "Sebastian hat mir nicht sehr viel Platz gelassen", sagte Hülkenberg beim TV-Sender Sky: "Ich weiß nicht, ob er ihn mir nicht lassen wollte." Pascal Wehrlein fuhr im unterlegenen Manor ein ordentliches Rennen und wurde 17. vor seinem französischen Teamrivalen Esteban Ocon.

In diesem Jahr war der dreimalige Champion Hamilton zuvor schon sieben Mal (bei stehendem Start) von Rang eins ins Rennen gegangen, nur zwei Mal hielt er dabei seine Führung - eine Schwäche, die am Ende das Duell um die Fahrer-Krone in der Formel 1 entscheiden könnte. "Stundenlang", so Hamilton, habe er daher zuletzt an den Starts gearbeitet, und in Austin lief es tatsächlich viel besser: Der Engländer und Rosberg von Rang zwei kamen beide gut weg, nach der ersten Kurve musste der Deutsche dann Ricciardo vorbeiziehen lassen: Der Australier war mit den weicheren Reifen (Supersoft) im Vorteil.

Schon früh im Rennen wechselten dann fast alle Piloten an der Spitze ihre Reifen, nur Vettel blieb etwas länger draußen. Als diese Stopps absolviert waren, hatte sich an der Reihenfolge nichts geändert. Erst während des zweiten Besuchs an der Box ging Rosberg wieder an Ricciardo vorbei.

In der Folge entwickelte sich ein eher langweiliges Rennen auf der Strecke im US-Bundesstaat Texas, das nur durch Fehler hätte einen anderen Verlauf nehmen können - die machte allerdings weder Hamilton, der seinen 50. Grand-Prix-Sieg feierte, noch Rosberg. Dafür verdarb sich Teenager Max Verstappen das Rennen mit einem unaufgeforderten Boxenstopp.

"Ich dachte, ihr hättet mich reingerufen, sorry", funkte er an die Red-Bull-Crew, die zuvor hektisch alle Reifen hatte zusammensuchen müssen. Wenig später schied der 19 Jahre alte Niederländer dann auch noch mit einem technischen Defekt aus.

(sid)
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