Nach verpasster WM-Qualifikation: Handball-Bundestrainer Krowicki zurückgetreten
zuletzt aktualisiert: 28.05.2001 - 16:08Frankfurt/Main (rpo). Einen Tag, nachdem die deutschen Handballdamen durch ein 22:27 gegen Schweden das bereits sicher geglaubte Ticket für die WM verspielt haben, ist Leszek Krowicki ist als Bundestrainer zurückgetreten. Der Interimscoach reagierte damit am Montag auf die verpasste Qualifikation seines Teams und die Querelen innerhalb des Deutschen Handball-Bundes (DHB) um seine Person. Die Weltmeisterschaft in Italien vom 2. bis 16. Dezember findet nun ohne das DHB-Team statt.
"Eine erfolgreiche Arbeit kann nur geleistet werden, wenn die Akzeptanz bei allen Beteiligten, also auch Trainerkollegen und Funktionären, vorhanden ist. Das ist aber nicht der Fall", erklärte Krowicki seinen Schritt. Der DHB-Ligaausschuss hatte sich bereits vor der Partie gegen Schweden einstimmig gegen eine Verpflichtung des 43-Jährigen als Bundestrainer ausgesprochen, so lange Krowicki gleichzeitig den Bundesligisten Buxtehuder SV betreut. Der Coach beharrte allerdings auf der Doppelfunktion.
"Ich habe gespürt und erfahren, dass die Mannschaft mich und meine Vorstellungen akzeptiert. Auch wenn wir uns nicht für die Weltmeisterschaft qualifizieren konnten, so hat das gesamte Team in den letzten Wochen gut harmoniert", meinte Krowicki, der sich trotz des Ausscheidens in seiner Arbeit bestätigt sieht. DHB-Sportdirektor Peter Sichelschmidt nahm den Polen nach der Pleite in Schutz: "Die Unruhe vor dem Spiel hat der Ligaausschuss reingebracht."
Noch am Sonntag hatte der Sportdirektor erklärt, "alles in meiner Macht stehende zu tun, damit Krowicki Bundestrainer in der Doppelfunktion wird". Daraufhin war Sichelschmidt selbst in die Schusslinie geraten. "Wenn er eine Konfrontation haben will, dann kann er sie bekommen. Er muss sich fragen, ob er seiner Aufgabe als Sportdirektor noch gewachsen ist. Er scheint überfordert zu sein", sagte Harald Waldbaum, stellvertretender Vorsitzender des Ligaauschusses.
Die DHB-Führung will bei der Bundesligaversammlung am 8. Juni noch einmal die Stimmung unter den Vereinen ausloten und am darauf folgenden Wochenende eine Entscheidung in der Trainerfrage treffen. Krowicki hatte das Nationalteam im April übernommen, nachdem Dago Leukefeld auf Grund des schwachen Abschneidens bei der EM im Dezember in Rumänien (9. Platz) zurückgetreten war.
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