Nach Sieg gegen Spanien immer noch ungeschlagen: Handball-EM: DHB-Team bleibt auf Erfolgskurs
zuletzt aktualisiert: 29.01.2002 - 22:40Västeras (rpo). Auf dem Weg zu Edelmetall hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der EM in Schweden einen dicken Brocken aus dem Weg geräumt. Im ersten Spiel der Hauptrunde besiegte das Brand-Team Spanien mi 19:18 (8:9).
Durch die geglückte Revanche für das Viertelfinal-Aus bei den Olympischen Spielen übernahm die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) mit 5:1 Punkten die Tabellenführung in der Gruppe 2. Der Olympia-Dritte Spanien hingegen fiel auf den vierten Rang zurück.
Beste Spieler im Team von Bundestrainer Heiner Brand waren Torhüter Henning Fritz (Kiel) und der Lemgoer Daniel Stephan (6). Für die Spanier, die Alberto Entrerrios in der 47. Minute durch eine Rote Karte wegen groben Foulspiels verloren, traf Carlos Ortega (6/2) am besten.
Überraschungen in den Spielen zuvor
In den Spielen zuvor hatte es bereits zwei Überraschungen gegeben. Weltmeister Frankreich kam beim 26:26 (12:14) gegen Island ebenso nur zu einem Remis wie anschließend der WM-Dritte Jugoslawien beim 24:24 (11:14) gegen Slowenien. "Das ist gut für uns", schätzte der ehemalige Bundestrainer Horst Bredemeier ein. Island und Schweden haben jeweils 4:2 Punkte, Jugoslawien und Slowenien 1:5 Zähler.
Schweden hat bei der Handball-Europameisterschaft im eigenen Land seine Ambitionen auf die erfolgreiche Titelverteidigung untermautert. Im ersten Spiel der Hauptrunden- Gruppe 1 gewann der Gastgeber in Göteborg gegen Olympiasieger Russland mit 30:26 (18:14) und ist mit 6:0 Punkten souveräner Tabellenführer. Zweiter mit 5:1 Zählern ist Dänemark nach einem 31:25 (18:10)-Erfolg gegen Tschechien. Im dritten Spiel der Gruppe bezwang Portugal überraschend die Ukraine mit 28:23 (14:11).
Brand ist inzwischen sehr zuversichtlich
"Wir müssen drei Spiele gewinnen, dann sind wir im Halbfinale", hatte Bundestrainer Heiner Brand die Devise für die Hauptrunde ausgegeben. "Wenn wir es schaffen die Spanier zu schlagen, ist das für den Kopf wichtig. Dann kann alles weitere ein Selbstläufer werden. Unser Ziel war von vornherein das Halbfinale. Man kann nicht immer nur tief stapeln", meinte auch Rechtsaußen Florian Kehrmann (Lemgo) kämpferisch.
Doch der Spielauftakt gegen die Spanier, an denen die DHB-Auswahl bei den Olympischen Spielen im Viertelfinale gescheitert war, verlief alles andere als gewünscht. Das Brand-Team geriet mit 0:2 (7.) in Rückstand. Es folgten technische Fehler, und viele Bälle wurden eine Beute des spanischen Torhüters David Barrufet. Selbst die in den vorangegangenen Spielen sicheren Torschützen Kehrmann und Stefan Kretzschmar (Magdeburg) trafen nicht. Allein dank der erneut aufmerksamen und kompromisslosen Abwehrarbeit hielten die Deutschen den Anschluss. Erstmals glichen sie zum 2:2 (11.) aus und kamen beim 5:4 (18.) gar zur ersten Führung, die sie jedoch bis zum 8:9- Pausenstand wieder verloren.
Bangen musste die deutsche Mannschaft vorübergehend um den weiteren Einsatz von Volker Zerbe. Der Lemgoer hatte sich bei einer Abwehraktion eine Platzwunde neben dem linken Auge zugezogen. Diese wurde in der Kabine mit drei Stichen genäht, und der Rückraumspieler konnte anschließend weiter machen.
Im zweiten Durchgang schien der Olympia-Fünfte endgültig ins Hintertreffen zu geraten. Aber nach dem 9:13 (39.) startete das DHB- Team einen Aufholjagd und kam geführt vom starken Daniel Stephan auf 12:13 (44.) heran und glich beim 15:15 (49.) wieder aus. Der Lemgoer Christian Schwarzer warf die deutsche Mannschaft mit seinem ersten Treffer 17:16 (52.) in Front. Zuvor hatte der Spanier Alberto Entrerrios die Rote Karte gesehen, nachdem er wie ein Ringer Kehrmann ausgehoben und zu Boden geworfen hatte.
Ergebnisse und Tabelle Handball-Europameisterschaft, Hauptrunde
Gruppe 1:
Dienstag, 29.01.02: Ukraine - Portugal 23:28 (11:14) Tschechien - Dänemark 25:31 (10:18) Schweden - Russland 30:26 (18:14)
Tabelle: 1. Schweden 3 3 0 0 88:69 6:0 2. Dänemark 3 2 1 0 83:70 5:1 3. Russland 3 1 1 1 79:74 3:3 4. Portugal 3 1 0 2 67:78 2:4 5. Tschechien 3 1 0 2 77:89 2:4 6. Ukraine 3 0 0 3 71:85 0:6
Gruppe 2:
Dienstag, 29.01.02: Island - Frankreich 26:26 (14:12) Slowenien - Jugoslawien 24:24 (11:14) Spanien - Deutschland 18:19 (9:8)
Tabelle: 1. Deutschland 3 2 1 0 61:54 5:1 2. Island 3 1 2 0 81:75 4:2 3. Frankreich 3 1 2 0 63:61 4:2 4. Spanien 3 1 1 1 67:63 3:3 5. Jugoslawien 3 0 1 2 65:73 1:5 6. Slowenien 3 0 1 2 69:80 1:5
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