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Rio De Janeiro
Handball-Krimi gegen Frankreich ohne Happyend

Rio De Janeiro. Die deutsche Mannschaft gleicht nach 15:22-Rückstand aus, verliert das Halbfinale aber Sekunden vor Schluss mit 28:29.

Finale verpasst, Gold-Traum geplatzt: Die deutschen Handballer sind nach einem verrückten Halbfinal-Krimi kurz vor dem Olymp gestoppt worden. Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson unterlag Top-Favorit Frankreich im Halbfinale nach einer dramatischen Schlussphase mit 28:29 (13:16). Als "Trostpreis" winkt dem Europameister aber die Bronzemedaille. Gegner im Spiel um Platz drei ist morgen (15.30 Uhr MESZ) entweder Dänemark oder Polen.

Die DHB-Auswahl zeigte lange Zeit ihre schlechteste Turnierleistung, ein Debakel drohte. Dann aber wurden die Bad Boys endlich böse und kamen nach einem 15:22-Rückstand in der 40. Minute sogar noch auf einen Treffer heran. 58 Sekunden vor Schluss stand es sogar 28:28. Drei Sekunden vor dem Ende erzielte der ehemalige Bundesligaprofi Daniel Narcisse (Gummersbach, Kiel) dann den entscheidenden Treffer. Beste deutsche Werfer gegen den Weltmeister waren Kapitän Uwe Gensheimer mit elf Treffern und Julius Kühn (neun Tore).

Vor allem die zuletzt hoch gelobte Abwehr hatte die ausgebufften Franzosen um Superstar Nikola Karabatic lange Zeit nie richtig in den Griff bekommen. Zudem erwischte EM-Held Andreas Wolff einen rabenschwarzen Tag im Tor. Doch auch vorne scheiterten die Deutschen wahlweise an den Nerven- - oder an Torwart-Ikone Thierry Omeyer im französischen Kasten.

Die Franzosen haben ihr großes Ziel unterdessen weiter fest im Blick. Ein Sieg fehlt dem Olympiasieger von 2008 und 2012 noch zum historischen Gold-Hattrick.Als Narcisse nach neun Minuten mit dem sechsten französischen Torwurf zum 6:3 traf, ließ sich Keeper Wolff entnervt auswechseln. Sigurdsson forderte wenig später in der Auszeit: "Wir müssen anfangen zu kämpfen." Seine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Zwar konnten seine Spieler zunächst nicht entscheidend verkürzen und es dauerte bis zur 16. (!) Minute bis zur ersten Torhüterparade.

Deutschland kämpfte sich danach ins Match. Hinten entschärfte der eingewechselte Silvio Heinevetter nun einige wichtige Bälle und vorne brachte Gensheimer die Sigurdsson-Sieben mit seinen Treffern wieder Schlagdistanz. Doch auch im zweiten Abschnitt rief zunächst einzig Gensheimer sein Potenzial ab. Als die Franzosen durch einen Doppelschlag von Karabatic und Omeyer, die jeweils quer über das Feld ins verwaiste deutsche Tor trafen, nach 40 Minuten auf 22:15 erhöhten, deutete sich ein Debakel an. Dann kamen die Deutschen plötzlich in Fahrt, vergaben zwar gute Chancen, glichen sogar aus - Frankreich aber behielt die Nerven.

(sid)
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