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Friederike Gubernatis
Von der Couch ins Rampenlicht der Handball-WM

Handball-WM: Friederike Gubernatis ist zurück im Rampenlicht
Friederike Gubernatis ist zurück im DHB-Team. FOTO: dpa, hsc fdt
Leipzig. Seit 2009 hatte Friederike Gubernatis kein Länderspiel absolviert, dann kehrte sie ins DHB-Team zurück – und spielt ab heute (18 Uhr) bei der Weltmeisterschaft groß auf. Von Eckhard Czekalla

Die Nummer auf dem Telefondisplay war ihr nicht bekannt. Doch diesmal entschied sich Friederike Gubernatis, zurückzurufen. Am anderen Ende der Leitung: Michael Biegler, Frauen-Bundestrainer beim Deutschen Handballbund (DHB). Das war Ende Oktober und zugleich der Beginn eines Comebacks, mit dem die 29-Jährige nie gerechnet hatte. "Hätte mir vor einem halben Jahr jemand gesagt, dass ich bei der WM dabeisein werde, hätte ich ihm den Vogel gezeigt", erzählte die Rückraumspielerin des Bundesligisten Buxtehuder SV im Mannschaftshotel in Leipzig mit einem Lächeln im Gesicht.

Während sich ihre Mitspielerinnen seit 20 Monaten auf dieses Turnier vorbereiten konnten, rückte die Sportwissenschaftlerin erst durch die schwere Verletzung von Anne Hubinger (Mittelfußbruch) in den Kader - und startete von null auf 100 durch. Vier Tore gegen Kamerun (28:15), sieben Treffer gegen Südkorea (23:18), dazu stark in der Abwehr, druckvoll und mit dem Auge für die Mitspielerin im Angriff – zweimal wurde Gubernatis zum "Player of the Match" gewählt und erhielt die Weekender-Reisetasche.

Seit dem 27. September 2009 hatte Gubernatis kein Länderspiel mehr absolviert, doch die Rückkehr verlief unproblematisch. "Man kennt die Spielzüge und Abläufe, aber natürlich sind die Bewegungsmuster der Spielerinnen unterschiedlich", sagte die Linkshänderin. Alle hätten ihr die Eingewöhnung erleichtert, nun zahlt sie mit überragenden Leistungen zurück. Nachdem mit dem Buxtehuder SV, für den sie 20 Stunden in der Geschäftsstelle als Kurs-Koordinantorin arbeitet (dazu noch fünf Stunden in einer Grundschule als pädagogische Mitarbeiterin), alles geklärt war, konnte sie sich darauf konzentrieren, ihren Traum zu leben und vielleicht zum zweiten Mal Weltmeisterin zu werden.

2008 schaffte sie dies mit der U20-Auswahl. Damals wie heute mit dabei waren Lone Fischer und Nadja Nadgornaja, die seit ihrer Heirat den Nachnamen Masson trägt. Auch heute, wenn es zum Duell mit den ebenfalls schon zweimal siegreichen Serbinnen geht (18 Uhr), will sich die 29-Jährige mit ihren 177 Zentimetern Körpergröße wieder voll reinhängen. Am 17. Dezember will sie in ihrer Geburtsstadt Hamburg wieder im Einsatz sein – im Finale der Frauen-WM.

Quelle: RP
 
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