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Handball-Bundesliga
Bergischer HC kämpft vor Rekordkulisse vergeblich

Handball-Bundesliga: Bergischer HC kämpft vor Rekordkulisse vergeblich
Der BHC um Torwart Björgvin Pall Gustavsson musste sich dem Rekordmeister geschlagen geben. FOTO: Imago
Köln. 13.380 Zuschauer sehen das 28:31 des Handball-Bundesligisten gegen den THW Kiel. Für BHC-Trainer Sebastian Hinze wird es nun eng. Von Georg Amend

Für den Bergischen HC gab es am Sonntagabend den ganz großen Bahnhof: Die 13.380 Zuschauer in der Kölner Lanxess-Arena bedeuteten Saisonrekord für eine Partie in der Handball-Bundesliga. Ergebnistechnisch half das dem Kellerkind indes wenig: Gegen den THW Kiel gab es eine 28:31 (10:15)-Niederlage.

Die Norddeutschen bleiben so eines der Teams, gegen die der BHC in seiner Bundesliga-Historie noch nie gewinnen konnten. Ob es auch in der kommenden Saison zu einem Duell mit dem Rekordmeister kommen wird, ist allerdings mehr als fraglich. Die Bergischen waren am Vorabend des Heiligen Abends auf einen Abstiegsplatz gerutscht, beim ThSV Eisenach verlor die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze mit 26:28.

Die Rückkehr des lange verletzten Kapitäns Viktor Szilágyi, die das Team beflügeln sollte, geriet zu einem Desaster: Der Österreicher übernahm zwar in der Schlussphase Verantwortung, war aber nach seinem Teilabriss der Achillessehne alles andere als bei vollen Kräften. Da sich seine Nebenleute aber hinter ihm versteckten, nahm er dennoch die Würfe, doch sie brachten nicht wie so oft dem BHC den Sieg, sondern lieferten diesmal die Vorlagen für die entscheidenden Eisenacher Tore. Damit war klar: In diesem Kalenderjahr haben die Bergischen nur einen einzigen Auswärtssieg zustande gebracht, der vom 21. Februar in Minden datiert – das war in der vergangenen Saison.

So wird die Luft auch für Trainer Hinze immer dünner. Zwar gilt der 36-Jährige als besessener Arbeiter und Analyst der Gegner, doch ihm fehlen in dieser Spielzeit die Argumente in Form von Punkten. Prekär mutet zudem an, dass der BHC die direkten Abstiegskonkurrenten bereits in eigener Halle empfangen hat, die Rückspiele in Stuttgart und Nettelstedt sind angesichts der chronischen Auswärtsschwäche mehr als schwierig. Bislang betonte der Verein, dass es die Trainerfrage nicht gebe – allerdings war eine Niederlage in Eisenach auch so gar nicht eingeplant. Die dank der Handball-EM anstehende Spielpause bis Mitte Februar könnte also auch genutzt werden, um einen neuen Mann an der Seitenlinie zu finden. Durch den Einzug ins Finalturnier des nationalen Pokals sowie die Einnahmen aus dem Rekord-Spiel in Köln wäre zumindest genug Geld da, um Hinze, dessen Vertrag bis 2019 verlängert wurde, eine Abfindung zu zahlen. Die Gerüchte, Szilágyi könnte den Trainerposten im Bergischen zunächst einmal übernehmen, ebben jedenfalls nicht ab.

Ob sich der Verein, in dem Hinze vor seiner Trainertätigkeit gespielt hat, aber dazu durchringen kann, ihn zu entlassen, steht noch in den Sternen. In jedem Fall war die Partie am Sonntag für ihn auch noch einmal ein Highlight: "Wir haben hier eine volle Halle, eine etwas andere Halle, aber ich hoffe, dass uns das beflügelt", sagte er unmittelbar vor der Partie. "Wir müssen es schaffen, an unsere Qualitätsobergrenze zu kommen, dann können wir Kiel vor Probleme stellen." Das schaffte der BHC nur über wenige Strecken der Partie.

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