| 14.27 Uhr

Handballer im Euphorie-Modus
DHB erreicht Annäherung im TV-Streit

Deutschland gewinnt Test gegen Katar
Deutschland gewinnt Test gegen Katar FOTO: dpa, woi htf
Leipzig. Gala gegen Vizeweltmeister Katar, Annäherung im TV-Streit: Für den Deutschen Handballbund (DHB) hat sich der Ausflug nach Leipzig gelohnt.

Das erste Rio-Schaulaufen ist geglückt: Beim beeindruckenden Härtetest im Kampf um die begehrten Olympia-Tickets gegen Vizeweltmeister Katar zeigten die deutschen Handball-Europameister eindrucksvoll ihre Stärke - Verlierer gab es in Leipzig kaum. Umso mehr blühten die Träume vom Gold-Coup bei den Olympischen Spielen (5. bis 21. August).

"Zum Glück muss ich jetzt noch keine Spieler für Rio nominieren", meinte Bundestrainer Dagur Sigurdsson erleichtert. Das Rennen der gut 30 Kandidaten um die 14 Tickets ist äußerst eng, zumal neben den elf Europameistern beim 32:17 (17:9) gegen das Emirat auch alle Rückkehrer überzeugten. Vor allem die Außenspieler Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki unterstrichen mit je vier Treffern ihre Ambitionen.

"Sie kennen unsere Spielweise sehr gut, daher muss sich niemand wundern, dass es so gut geklappt hat", sagte Sigurdsson und dämpfte den Jubel um seine Außen. "Wir waren von Beginn an konzentriert im Spiel, haben eine gute zweite Welle und schnelle Mitte gespielt. Wir haben sie überlaufen", meinte Kapitän Gensheimer.

Auch Torhüter Silvio Heinevetter erhielt für sein Comeback vom Coach gute Noten. "Ich habe mich gefreut, dass ich wieder spielen durfte", sagte der Berliner, der bei der EM noch wegen Formschwäche gefehlt hatte. Dennoch ist auch Heinevetter der Konkurrenzkampf bewusst: "Natürlich steht ein großes Turnier vor der Tür. Aber bis Olympia ist noch ein Stück hin."

Heinevetter musste in Leipzig auch mitansehen, dass an seinem Konkurrenten Andreas Wolff derzeit kein Weg vorbeiführt. Der EM-Held zeigte eine überragende Leistung und dürfte für die Olympischen Spiele gesetzt sein.

Wolff brennt vor Ehrgeiz und hat auch für Rio große Ziele. Er gehe nach dem EM-Sieg davon aus, "dass man bei Olympia in Rio auch gewinnen kann. Dass Gold keine Utopie ist", sagte der 24-Jährige der Süddeutschen Zeitung.

Einzige Ärgernisse von Leipzig waren die Verletzungen der Europameister Kai Häfner und Erik Schmidt von der TSV Hannover-Burgdorf. Häfner zog sich eine Handverletzung zu und fällt ebenso länger aus wie Kreisläufer Schmidt, der im Training tags zuvor eine Knieverletzung erlitt. Für das zweite Duell mit Asienmeister Katar am Sonntag in Berlin (15.15 Uhr/Sport1) nominierte Sigurdsson den Melsunger Michael Müller für Häfner nach.

Abseits des Parketts gab es gute Signale aus der DHB-Führung. Im Streit um eine Übertragung der WM 2017 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen habe man nach Sondierungsgesprächen mit Weltverbandspräsident Hassan Moustafa eine Annäherung erreicht, hieß es. Der Durchbruch gelang aber noch nicht.

"Das waren sehr gute Gespräche. Wir sind einen Schritt weitergekommen", sagte DHB-Generalsekretär Mark Schober nach einem Treffen in Leipzig am Rande des Spiels. Mit am Tisch saßen auch Vertreter von ARD und ZDF sowie von Rechte-Inhaber beIN Sports, einer Tochtergesellschaft von Al Jazeera. Alle Parteien hätten sich auf einen Folgetermin in rund sechs Wochen geeinigt.

Nach derzeitigem Stand wird die WM in Frankreich im kommenden Jahr nicht im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein. Wie schon bei der WM 2015 in Katar erlaubt Rechte-Inhaber beIN Sports keine Übertragung auf unverschlüsselten Satellitensendern.

(ems/sid)
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