| 21.22 Uhr

EM-Qualifikation
DHB-Team feiert wichtigen Sieg gegen favorisierte Spanier

Fotos: Handballer besiegen Spanien 29:28
Fotos: Handballer besiegen Spanien 29:28 FOTO: dpa, ua nic
Mannheim. Der Jubel erstarrte. Zwar war die Spielzeit abgelaufen, doch der Freiwurf musste noch ausgeführt werden. 29:28 stand auf dem Videowürfel. Kaum zu glauben. 29 Tore für die deutschen  Handballspieler. Nur 28 für den Favoriten aus Spanien. Juan Canellas, Profi beim Bundesligisten THW Kiel, versuchte das Unglaubliche noch zu verhindern. Doch der Ball landete in der deutschen Abwehr. Danach brüllten nicht nur die Spieler ihre Freude heraus Von Eckhard Czekalla

Nach Erfolgen gegen Finnland und Österreich nun der Sieg gegen den WM-Vierten: der Weg zur EM-Endrunde 2016 in Polen ist zwar noch nicht geschafft, aber ein großer Teil doch ist zurückgelegt. Am Sonntag folgt das Rückspiel gegen Spanien in Leon, am 10. Juni  dann die  Partie in Finnland und vier Tage später geht es zum Abschluss der Qualifikation in Kiel gegen Österreich.

Dabei hatte der Auftakt nichts Gutes verheißen. Nach fünf Minuten führten die Gäste mit 4:1.  Doch die deutschen Profis haben gelernt, geduldig zu sein. Von Hektik keine Spur. Zehn Minuten später nahm Spaniens Trainer Manuel Cadenas, der im Hauptberuf den ungarischen Erstligisten Plock betreut, die erste Auszeit nach einem 7:1-Lauf der Gastgeber. Vor allem Paul Drux machte mächtig Dampf im Rückraum. Aber auch die Abwehr, in der Rechtsaußen Patrick Groetzki oder Linksaußen Uwe Gensheimer den spanischen Rückraumspieler Canellas eng beschatteten, überzeugte. Wenig  Unterstützung gab es in der ersten Halbzeit allerdings durch die Torhüter. Silvio Heinevetter und der nach 19 Minuten eingewechselte Carsten Lichtlein mussten meistens den Ball aus dem Tornetz holen.

Die Halbzeit blieb ausgeglichen. Drei Treffer in Folge zum 15:13 durch Uwe Gensheimer, Hendrik Pekeler und Patrick Groetzki  sorgten für die Führung. Der Angriff, in dem Niclas Pieczkowski (Lübbecke) in seinem zweiten Länderspiel als zweiter Spielgestalter neben Martin Strobel überzeugte, tat sich schwer gegen die spanischen Hünen, fand aber immer wieder Wege zum Tor. Patrick Wiencek steckte am gegnerischen Kreis mächtig ein, teilte aber vor dem eigenen Tor ebenfalls kräftig aus, wie überhaupt auf beiden Seiten zugepackt wurde. Zur Pause führte die deutsche Mannschaft mit 17:15. Applaus gab es – und  die Hoffnung auf eine Überraschung lebte.

Wenn dann  der Blick immer häufiger zu Uhr geht, dann wird es ernst im Handball. In der zweiten Halbzeit, in der Lichtlein sich steigerte und zu einem wichtigen Faktor wurde, konnte sich kein Team absetzen. Ein Aufschrei der Empörung ging durch die Halle, als ein Angriff der Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson wegen Stürmerfoul abgepfiffen wurde (28:28). Ausgerechnet Niclas Pieczkowski, der frech aufgetrumpft und fünf seiner sechs Treffer erzielte hatte, als die Gastgeber von 20:20 auf 27:25 erhöht hatten, war zurückgepfiffen worden.

Doch dann konnte Raul Entrerrios, einer der in vielen Spielen erprobten Stars der Spanier,  den Ball nicht festhalten. 90 Sekunden vor Schluss versenkte Patrick Wiencek nach Anspiel des starken Steffen Weinhold den Ball an Arpad Sterbik vorbei zum 29:28. Danach war Kampf pur angesagt. Jeder Versuch, den Ball laufen zu lassen, wurde unterbunden. Die Spanier, immerhin Weltmeister 2013 und bei der EM 2014 und WM 2015 erst im Halbfinale gescheitert, schafften es aber nicht, die Mauer vor Lichtlein zu durchbrechen. Der Rest war Jubel über einen Erfolg, den keiner erwartet hatte.

Quelle: RP
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