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Handball-Europa-Pokal
Drei deutsche Teams stehen mit dem Rücken zur Wand

Handball-Europa-Pokal: Drei deutsche Teams stehen mit dem Rücken zur Wand
Der THW Kiel muss einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen. FOTO: dpa, bip sam
Hamburg. Drei Siege sind Pflicht: Nicht nur Rekordmeister THW Kiel, sondern auch der HSV Hamburg und die MT Melsungen müssen Rückstände aufholen, um das Final Four in der Champions League und im EHF-Pokal zu erreichen

Siegen oder fliegen - für das deutsche Handball-Trio im Europacup gibt es nur diese eine Devise. Denn nach drei Auswärtsniederlagen am vergangenen Wochenende stehen der THW Kiel, der HSV Hamburg und die MT Melsungen mit dem Rücken zur Wand - allerdings vor eigenem Publikum.

Besonders Rekordmeister Kiel steht unter Druck, denn bei einem Ausscheiden gegen Pick Szeged am Sonntag (19.30 Uhr/Sky) fände das Final Four der Champions League in Köln bei seiner sechsten Auflage am 30./31. Mai erstmals ohne eine deutsche Mannschaft statt. Im Hinspiel verlor der Bundesliga-Tabellenführer nach einer enttäuschenden Leistung mit 29:31.

Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar ist dennoch fest von einem Weiterkommen der Zebras überzeugt. "Kiel wird die deutsche Mannschaft sein, die weiterkommt und dann auch ins Endspiel einzieht." THW-Manager Thorsten Storm holt vor dem noch nicht ausverkauften Heimspiel in der Halle an der Ostsee die Anhänger ins Boot. "Wir brauchen eine Unterstützung von den Rängen wie in Ungarn. Da flog fast das Dach weg", sagte der Ex-Profi.

Endspielcharakter hat auch der Auftritt des HSV Hamburg am Sonntag (17 Uhr) im EHF-Pokal gegen Eskilstuna Guif aus Schweden. Knapp zwei Jahre nach ihrem Triumph in der Königsklasse wären die Hanseaten bei einem Ausscheiden am Tiefpunkt einer höchst mittelmäßigen Spielzeit angekommen.

HSV-Trainer appeliert an die Ehre

Daher appellierte Trainer Jens Häusler nach der 26:29-Hinspielniederlage mit drastischen Worten an die Ehre seiner Profis. "Wenn wir es versauen, bleibt das an jedem Einzelnen hängen. Jeder gehört dann der Mannschaft an, die diese Dreckssaison gespielt hat", sagte der Interimscoach, der in der neuen Spielzeit von Michael Biegler abgelöst wird, der Bild-Zeitung.

Noch schwerer ist die Ausgangslage für die MT Melsungen, die sich beim dänischen Pokalsieger Skjern Handbold mit 20:25 geschlagen geben musste. Trainer Michael Roth sieht aber noch eine kleine Chance, im Rückspiel am Sonntag (16.30 Uhr) das Final Four des EHF-Pokals am 16./17. Mai in Berlin zu erreichen: "Dieser Fünf-Tore-Rückstand ist natürlich eine Marke, aber es ist möglich, das aufzuholen."

Das Finale in der Max-Schmeling-Halle wird jedenfalls definitiv mit deutscher Beteiligung stattfinden. Als Gastgeber sind die Füchse Berlin automatisch qualifiziert.

(sid)
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