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"Geht um alles"
DHB-Team läutet den Countdown für Olympia ein

Bilder: So feiern die deutschen Handballer den Titelgewinn
Bilder: So feiern die deutschen Handballer den Titelgewinn FOTO: ap, AK
Nach der peinlichen Posse um die Doppelbelegung der Kölner Arena wollen sich die deutschen Handballer nun wieder ganz auf den Sport konzentrieren. Die Begegnungen gegen Dänemark und Österreich sind vier Monate vor den Olympischen Spielen eine wichtige Standortbestimmung.

Nach der zwischenzeitlichen Verbannung aus ihrem Wohnzimmer Lanxess Arena wollen die deutschen Handballer nun sportlich zeigen, wer Herr im Hause ist. Der Europameister will mit Siegen gegen Dänemark am Samstag (15.45 Uhr/Sport1) in Köln und Österreich am Sonntag (15.30 Uhr/ZDF) in Gummersbach den Countdown für die Olympischen Spiele in Rio erfolgreich einläuten. "Wir müssen die Spiele optimal nutzen, um auf unserem Weg zu bleiben. Wir müssen neue Waffen integrieren", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson.

Nachdem die bemerkenswerte Serie von acht Siegen in Folge zuletzt von Vize-Weltmeister Katar gestoppt wurde, will die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) vier Monate vor Rio wieder in die Erfolgsspur finden. "Wir müssen uns selber einen gewissen Druck machen", sagte Teammanager Oliver Roggisch dem SID und stellte den hohen Stellenwert der Begegnungen gegen den WM-Fünften Dänemark und den WM-13. Österreich heraus: "Das Wort Test müssen wir ganz schnell streichen. Es sind keine Testspiele. Wir haben keine Qualifikation. Daher müssen wir die Spiele angehen, als ob es um alles geht."

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Die peinliche Posse um die Doppelbelegung der Lanxess Arena, in der sich die DHB-Auswahl beim Wintermärchen 2007 mit Siegen im Viertel- und Halbfinale sowie im Endspiel gegen Polen zum Weltmeister machte, am Freitagabend spielt für die sportliche Leitung der Nationalmannschaft nur noch eine untergeordnete Rolle. Nach der kurzfristigen Verlegung des Dänemark-Spiels auf Samstag hat Sigurdsson allerdings personell reagiert. Der Bundestrainer nominierte kurzfristig Rückraumspieler Paul Drux (Füchse Berlin) und Kreisläufer Evgeni Pevnov (VfL Gummersbach) nach. Sein Debüt im Nationaltrikot könnte unterdessen Nikolai Link vom Zweitliga-Spitzenreiter HC Erlangen geben.

Sigurdsson hat ein Luxusproblem

Die inzwischen große Auswahl an Spielern bezeichnet Sigurdsson als "Luxusproblem". Man könne aber auch einmal zeitgleich fünf, sechs verletzte Spieler haben, so der Isländer: "Daher brauchen wir einen großen Kader." Diese Einschätzung bestätigte sich am Donnerstagmittag. Europameister Christian Dissinger hat sich im Training den Meniskus eingerissen und eingeklemmt. Die Saison ist für den 24 Jahre alten Rückraumspieler des THW Kiel damit vorzeitig beendet. Nach einer Operation am Freitag muss Dissinger, der in seiner Karriere schon zwei Kreuzbandrisse erlitten hat, eine mehrmonatige Pause einlegen.

Dissingers Teilnahme an den Olympischen Spiele (5. bis 21. August) scheint damit unwahrscheinlich. Als große Casting-Show für Rio will Sigurdsson die Länderspiele am Wochenende aber ohnehin noch nicht verstanden wissen. "Die Kaderplanung für Olympia spielt für mich noch keine Rolle. Es kann noch viel passieren. Wer im Sommer am besten in Form ist, der ist dann dabei", sagte der 42-Jährige.

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Dennoch steckt in beiden Begegnungen viel Brisanz. Dänemark will sich für die unglückliche Niederlage zum Abschluss der EM-Hauptrunde revanchieren. "Sie zählen zu den vier, fünf weltbesten Mannschaften", sagte Sigurdsson, für den es am Sonntag zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Team Österreich (2008 bis 2010) kommt: "Das ist immer noch ein besonderes Spiel. Ich habe immer noch sehr gute Verbindungen nach Österreich."

(areh/sid)
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