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Handball-Nationallmannschaft
Die EM kann kommen

Das ist der deutsche Kader für die Handball-EM
Das ist der deutsche Kader für die Handball-EM FOTO: dpa, wst
Düsseldorf. Die Zeiten, dass es bei der Handball-Nationalmannschaft deutliche Leistungsunterschiede zwischen der sogenannten ersten Sechs und den Auswechselspielern gab, sind vorbei. Wohl kaum eine Handball-Nation verfügt aktuell über ein so großes Reservoir an guten bis sehr guten Spielern. Von Eckhard Czekalla

Ein Verdienst der stark verbesserten Nachwuchsförderung und der Bundesligaklubs, die verstärkt auf deutsche Talente setzen und ihnen die Chance geben, sich im Wettkampfstress zu entwickeln und zu verbessern.

Die beiden Tests gegen Island bestätigten dies einmal mehr. Bundestrainer Prokop konnte aus seinem 20er-Kader bringen, wen er wollte - die Qualität blieb hoch. Das macht Mut für die EM, die für das deutsche Team am kommenden Samstag in Zagreb mit der Partie gegen Montenegro beginnt.

Vor allem im Rückraum, lange Zeit die Schwachstelle im deutschen Spiel, bieten sich zahlreiche Alternativen. Ob links, in der Mitte oder rechts, von überall droht Gefahr für das gegnerische Tor. Bei aller Zufriedenheit: Es war Island, das sich als bester der Gruppendritten soeben noch für die EM qualifizierte und seine besten Handballjahre schon etwas hinter sich hat.

Dass Mindens junger Rückraumspieler Marian Michalczik einer der vier Streichkandidaten sein würde, war angesichts der Konkurrenten klar. Auch das Aus für Rune Dahmke (Kiel)  überrascht nicht. Ein Linksaußen reicht, zumal wenn er Uwe Gensheimer heißt. Fabian Wiede verlor den internen Wettstreit mit Kai Häffner und Steffen Weinhold  - nachvollziehbar, wie auch das Aus für den 2,10 Meter langen,  bislang gesetzten Abwehrchef  Finn Lemke. Er passt offenbar nicht mehr ins Prokop-Konzept passt, das bewegliche, vielseitig einsetzbare Akteure eine keine Spezialisten braucht.

Von null auf hundert starteten der in Krefeld geborene Bastian Roscheck und Maximilian Janke durch. Bei absolvierten am vergangenen Freitag ihr erstes Länderspiel. Janke ist erst seit vergangenem Dienstag dabei, nachdem sein Klubkamerad Niclas Piezkowski wegen einer Schulterverletzung aus der EM-Vorbereitung aussteigen musste. Dass die beiden vom Bundesligisten Leipzig kommen, den Prokop vergangene  Saison noch trainierte, mag stutzig machen, doch die von Roscheck und Janke gezeigten Leistungen rechtfertigen diese Entscheidung.

Die EM kann kommen. Die Auswahl des Deutschen Handballbundes scheint gerüstet. Ob es bis zum Titel wie vor zwei Jahren in Polen reicht, bleibt abzuwarten. Die Jungs sind jedenfalls bereit,  die Euphorie für ihre Sportart zu entfachen. Das waren sie vor Jahresfrist allerdings auch - da passte es nach einer starken Vorrunde ausgerechnet im ersten K.o.-Spiel nicht, und Katar schickte die damals noch von Dagur Sigurdsson betreute Mannschaft nach dem Achtelfinale nach Hause. 

Selbstbewusst, aber nicht selbstgefällig - so sollte  es am Donnerstag nach Zagreb gehen.

 
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