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Ab 18.30 Uhr im Live-Ticker
Rocken die deutschen "Greenhorns" die Handball-EM?

Der deutsche Kader
Der deutsche Kader FOTO: dpa, lof
Breslau. Bei der EM schlägt am Samstag die Stunde der "Greenhorns". Mit 14 EM-Debütanten wollen die deutschen Handballer beim Turnier in Polen für Furore sorgen.

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Youngster Rune Dahmke formulierte freche Kampfansagen, und auch Bundestrainer Dagur Sigurdsson demonstrierte am Tag vor dem EM-Auftakt eine breite Brust: Die deutschen Handballer können den Start ihrer EM-Mission kaum erwarten. Gespickt mit 14 EM-Debütanten will die deutsche Rasselbande das Turnier in Polen rocken.

"Die Jungs sind gut drauf und wir freuen uns, dass es endlich losgeht", sagte Sigurdsson am Tag vor dem Auftaktspiel gegen das Starensemble Spaniens am Samstag (18.30 Uhr/Live-Ticker) in Breslau: "Wir sind bereit und heiß auf den Start."

Sigurdsson, der den deutschen Kader seit seinem Amtsantritt im Herbst 2014 einmal auf links drehte, hat vollstes Vertrauen in seine EM-Greenhorns. "Wir haben die 16 besten Spieler zusammen und ich bin mir sicher, dass wir ein gutes Turnier spielen können", sagte der Isländer. Vier Akteure in seinem Team haben noch keine zehn Länderspiele auf dem Buckel, weitere drei keine 20.

Fragen und Antworten zur Handball-EM

Die Spieler fühlen sich in der Rolle des Underdogs pudelwohl. Angst vor den großen Namen beim Weltmeister von 2013 haben sie nicht. "Ich finde gut, dass gleich ein so starker Gegner auf uns wartet, da können wir gleich zeigen, dass mit uns zu rechnen ist", sagte Dahmke, der nach dem Ausfall von Kapitän Uwe Gensheimer der einzige verbliebene Linksaußen im deutschen Team ist und selbst gerade einmal fünf Länderspiele absolviert hat.

"Wenn wir gut ins Turnier starten", so Dahmke, die Hände lässig in den Hosentaschen, "dann können wir für einige Überraschungen sorgen". In den schweren Vorrunden-Duellen gegen Spanien, Rekord-Europameister Schweden (18. Januar/20.30/Live-Ticker) und Slowenien (20. Januar/17.15/Live-Ticker) wollen man so viele Punkte wie möglich mit in die Hauptrunde nehmen, "denn dann werden wir oben mitspielen können".

Zunächst gilt die volle Konzentration allerdings den Spaniern. Die Iberer um Kiels Rückraum-Ass Joan Canellas ließen am vergangenen Wochenende schon mal die Muskeln spielen und deklassierten in ihrer Generalprobe das hoch gehandelte Polen mit dem deutschen Trainer Michael Biegler mit 26:12.

Solche Ergebnisse lassen das deutsche Team - zumindest äußerlich - kalt. Nicht zuletzt die Erinnerungen an das 29:28 gegen die Iberer in der EM-Quali im April 2015 sorgen für Selbstvertrauen. "Ich weiß nicht, ob die Spanier so happy sind, uns am Anfang zu haben", orakelte Teammanager Oliver Roggisch. Die Iberer wüssten "vielleicht auch nicht genau, was da für eine deutsche Mannschaft kommt. Die werden sich sicher vorbereitet haben, aber so viel Videomaterial vom Großteil unserer Spieler, die wir hier dabei haben, wird es nicht geben." Sage und schreibe elf Spieler (von 16) im DHB-Kader sind Jahrgang 1990 oder jünger. EM-Erfahrung haben einzig Team-Oldie Carsten Lichtlein und Spielmacher Martin Strobel.

Größter Trumpf der deutschen Mannschaft dürfte der Teamgeist werden. Sigurdsson gelang es in der neu formierten DHB-Auswahl im Eiltempo, ein Klima des Vertrauens entstehen zu lassen.
Untereinander - und in die eigene Stärke.

"Dagur vertraut uns, und deswegen glauben wir an uns", sagte Rückraumspieler Steffen Fäth, einer der Senkrechtstarter unter Sigurdsson. Auch Shootingstar Christian Dissinger macht das "Vertrauen des Trainers" als maßgebliche Ursache des positiven Trends aus. Bis auf die misslungene Generalprobe gegen Island (24:27) gab es für den WM-Siebten zuletzt ausschließlich Siege.

Eine Zielvorgabe des Verbands gibt es nicht. "Einzige Vorgabe ist, dass wir das Maximum aus uns herausholen. Es kann sein, dass wir drei gute Spiele machen und trotzdem ausscheiden", sagte DHB-Vize Bob Hanning dem SID am Freitag: "Wir werden im Spiel gegen Spanien schon sehr schnell sehen, wie weit wir noch von der Weltspitze entfernt sind."

Hanning sieht die Verletzungsmisere - vier Stammkräfte sind in Polen nicht dabei - ohnehin vor allem als Chance. "Sicher sind viele zentrale Spieler nicht dabei, aber ich sage ganz provokant: Das ist gut so! Wenn wir wirklich großen Erfolg haben wollen, müssen wir gucken, auf welche Spieler wir in Zukunft bauen können", sagte Hanning: "In jedem Schicksal steckt eine Chance, die Spieler können sich beweisen, und darauf freue ich mich."

(sid)
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