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Polnischer Albtraum
Biegler erklärt seinen Rücktritt

Handball-EM: Michael Biegler erklärt seinen Rücktritt
Rücktritt: Michael Biegler FOTO: dpa, dw hm
Warschau. Nach dem 23:37-Debakel gegen Kroatien ist die Zeit von Michael Biegler als Trainer der polnischen Handball-Nationalmannschaft abgelaufen.

Nach einer schlaflosen Nacht stand der Entschluss von Michael Biegler fest: Der 54-Jährige trat nach dem 23:37-Debakel der polnischen Handballer gegen Kroatien als Trainer des EM-Gastgebers zurück. "Ich übernehme die volle Verantwortung dafür. Ich allein", sagte Biegler dem SID.

Unter dem Eindruck des Albtraums von Krakau kam Andrew Krasnicki Bieglers Wunsch am Donnerstagvormittag nach. "Ich habe den Rücktritt von Michael Biegler akzeptiert", sagte der polnische Verbandspräsident.

Das abrupte Ende der rot-weißen Handball-Party hatte Biegler aber auch mit etwas Abstand noch nicht richtig verarbeitet. "Ich habe nur wenig geschlafen. Für das Ergebnis habe ich keine Erklärung. Ich habe im Vorfeld versucht, der Mannschaft den Druck zu nehmen. Von uns hat kein Spiel stattgefunden. Was wir gezeigt haben, war nicht das, was wir trainiert haben", sagte Biegler.

Polen hätte sich gegen Kroatien sogar eine Niederlage mit drei Toren Unterschied leisten können, um das Minimalziel Halbfinale zu erreichen. Doch was zu einem Triumph werden sollte, wurde zu einem Desaster. Nach den äußerst schmerzhaften 60 Minuten standen die Spieler mit Tränen in den Augen kopfschüttelnd auf dem Feld und sahen, wie die 15.000 Zuschauer fluchtartig die Halle verließen.

"Ich möchte mich bei allen Fans entschuldigen. Unser Spiel war dramatisch, auf jede Art und Weise. Es ist sehr hart, was passiert ist", sagte Piotr Chrapkowski, während sich Mitspieler Rafal Glinski bei den Anhängern des WM-Dritten entschuldigte: "Es tut mir für unsere Fans leid."

Biegler hatte den Posten in Polen am 1. Oktober 2012 übernommen. Die Heim-EM sollte die Krönung seiner Arbeit werden. Parallel zu seinem Engagement beim Vizeweltmeister von 2007 betreute der in Leichlingen geborene Biegler 2013 noch den SC DHfK Leipzig sowie ab 2015 den inzwischen insolventen Bundesligisten HSV Hamburg.

Ohne Aufgabe ist er aber in den nächsten Monaten nicht. Nach einem Bericht des World Handball Magazine übernimmt Biegler ein Entwicklungshilfeprojekt in Uganda. In dem zentralafrikanischen Land soll er Trainer und Handballlehrer schulen. Das Projekt läuft bis zum 31. August. Sein Projekt in Polen endete unterdessen am Donnerstag.

Enttäuschend verlief die EM auch für die schier unbesiegbaren Franzosen. Die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung platzten durch die überraschende 24:29-Niederlage gegen den deutschen Halbfinalgegner Norwegen.

"Wir haben ohne Rhythmus gespielt. Wir haben individuell und im Kollektiv nicht gut gespielt. Wir haben unsere tollen Spiele gegen die falschen Gegner gemacht", sagte Linksaußen Michael Guigou nach dem Scheitern des Weltmeisters und Olympiasiegers.

(dpa)
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