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Handball-EM-Aus
Uwe Gensheimer ist die neue "Wade der Nation"

Porträt: Uwe Gensheimer: Leistungsträger und Trickser
Porträt: Uwe Gensheimer: Leistungsträger und Trickser FOTO: dpa, Axel Heimken
Hamburg. Eigentlich ist Uwe Gensheimer für die deutschen Handballer unverzichtbar. Doch Bundestrainer Dagur Sigurdsson muss es bei der EM ohne seinen Kapitän und Hoffnungsträger versuchen: Gensheimer ist verletzt.

Die Wade zwickt, der Kapitän fällt aus: Ausgerechnet der eigentlich unverzichtbare Uwe Gensheimer wird bei der Handball-EM in Polen verletzungsbedingt fehlen - ein Schock für die DHB-Auswahl. Der 29 Jahre alte Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen hat einen Muskelfaserriss in der rechten Wade erlitten und laboriert zudem an einer Reizung der rechten Achillessehne. Damit muss Bundestrainer Dagur Sigurdsson auf seinen besten Mann, auf den großen Hoffnungsträger verzichten.

"Ich bin traurig und enttäuscht. Sowohl mit den Rhein-Neckar Löwen als auch mit der Nationalmannschaft befinden wir uns auf einem sehr guten Weg. Es schmerzt, dass ich meine Teams nicht weiter begleiten kann", sagte Gensheimer. "Uns Uwe" hofft jetzt auf einen bestmöglichen Heilungsverlauf: "Denn es gibt 2016 noch weitere große Ziele, die ich mit beiden Mannschaften erreichen möchte."

Der Capitano und die Wade

Sigurdsson trifft das Aus seines Starspielers hart. "Auf Uwe verzichten zu müssen, ist ein Verlust für uns und die Löwen", sagte der Isländer, der sich bereits den Kopf zerbricht, wie der Anführer bei der anstehenden EM (15. bis 31. Januar) ersetzt werden kann. "Wir müssen und werden Lösungen finden. Dass wir das können, haben wir bereits auf anderen Positionen bewiesen", sagte Sigurdsson kämpferisch: "Ich habe absolutes Vertrauen in die weiteren uns zur Verfügung stehenden Linksaußen." Gensheimer fällt nicht zum ersten Mal für ein großes Turnier aus, der Handballer des Jahres 2011 bis 2014 hatte 2013 bereits die WM in Spanien wegen eines Achillessehnenrisses verpasst.

Für Gensheimer stößt Reservist Michael Allendorf (MT Melsungen) zum EM-Kader, der am 28. Dezember die Vorbereitung in Berlin beginnt. Vor Gensheimer war bereits Kreisläufer Patrick Wiencek (THW Kiel/Kreuzbandriss) ausgefallen. Der nach einer Schulterverletzung noch in der Rehabilitation befindliche Rückraumspieler Paul Drux (Füchse Berlin) ist Teil des 28er-Kaders und könnte theoretisch bei der EM zum Einsatz kommen.

Mannschaftliche Geschlossenheit jetzt wichtig

"Uwes Aufgaben muss die Mannschaft übernehmen", sagte Teammanager Oliver Roggisch. Ihr Weg bei der EM werde definitiv nicht leichter, "aber wir haben genug Klasse in unserem Team, um auch diese Situation zu meistern".

In der heißen Phase der Vorbereitung bestreiten die deutschen Handballer drei Testspiele gegen Tunesien und Island. Am 5. Januar misst sich das Team in Stuttgart zunächst mit dem mehrmaligen Afrikameister (20.15 Uhr/Sport1). Am 9. und 10. Januar tritt die DHB-Auswahl in Kassel und Hannover gegen Sigurdssons Geburtsland Island an - bis dahin muss der Plan des Bundestrainers stehen, wie Führungsspieler Gensheimer ersetzt werden soll. Deutschland trifft bei der EM in der Vorrundengruppe C auf starke Konkurrenz - Spanien, Schweden und Slowenien.

(sid)
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