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Handball
Erstmals Zweitligaspieler für Nationalteam nominiert

Köln. Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdssson hat Erlangens Rückraum-Ass Nikolai Link in seinen Kader berufen. Von Eckhard Czekalla

Nikolai Link sitzt in der Lobby des Kölner Hilton-Hotels. Er ist früh dran. Erst in einer halben Stunde muss er sich zum Mittagessen einfinden. Aber vielleicht ist das so, wenn man neu dabei ist. "Am Montag vor einer Woche hat mich mein Trainer angerufen. Ich habe nicht davon geträumt, geschweige denn damit gerechnet", erzählt er. Doch nun gehört er zum Kreis der besten deutschen Handballer, die einen einwöchigen Lehrgang absolvieren.

"Nikolai hat die Größe, er hat die Wurfkraft. Er ist einfach ein sehr interessanter Spieler", sagt Oliver Roggisch. Der ehemalige Abwehrchef, nun Manager des Nationalteams, hält große Stücke auf den Rechtshänder. Das ist auf den ersten Blick ungewöhnlich: Der Zwei-Meter-Mann, der rund 100 Kilogramm einsetzen kann, spielt in der zweiten Liga beim Spitzenreiter HC Erlangen. Doch Ligen oder Alter sind für Bundestrainer Dagur Sigurdsson kein Kriterium. Er hat immer einen offenen Blick für Spieler, die eine Perspektive haben. Zudem war Link noch vor einem Jahr in der Bundesliga aktiv, aus der der Klub aus Franken aber abstieg.

Nikolai Link, der am Samstag seinen 26. Geburtstag feiert, war angespannt, als er nach Köln kam. "Doch das sind alles nette, witzige Jungs", sagt er. Hilfreich war auch, dass er schon einige Spieler kannte. So war er mit Abwehr-Ass Finn Lemke in Lemgo aktiv - in der zweiten Mannschaft. "Ich will die Tage genießen und viel mitnehmen", betont er. Jetzt heißt es, "die Spielzüge zu lernen, doch im Grunde ist vieles ähnlich, sie haben nur andere Namen".

Link, dessen Bruder Jonas (23) ebenfalls in Erlangen aktiv ist, stammt aus einer Volleyballfamilie. "Mein Vater hat in der Bundesliga beim ASV Dachau gespielt", erzählt er. Volleyball und Fußball waren seine bevorzugten Sportarten, der Handball nur die dritte Liebe. "Mit zwölf habe ich mich für Handball entschieden", sagt er und ergänzt: "Es war die richtige Entscheidung."

Stammspieler und Olympiateilnahme - für Link ist beides (noch) kein Thema. "Da kann ich mich und die Situation schon richtig einschätzen", betont der Hüne im Rückraum, der 141 Tore in 30 Punktspielen erzielte. Doch bis zum olympischen Turnier im August in Rio ist noch Zeit. Man muss sehen, wer dann fit und in Form ist. Beim Zweitliga-Spitzenreiter ist Link ein Führungsspieler. Zehn Begegnungen vor Saisonende haben die Erlangener elf Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz. "Es ist noch nicht vorbei. Aber wenn wir so weiterspielen, mache ich mir keine Sorgen", sagt der 25-Jährige.

Link setzt aber nicht nur auf die Karte Handball. "Ich studiere an der Uni Erlangen, mache dort meinen Bachelor in BWL. Das Studium ist ein sehr guter Ausgleich und macht auch richtig Spaß", sagt der Handballer und betont: "Ich brauche einfach etwas nach der Karriere. Das ist Fakt."

Quelle: RP
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