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Handball-Bundesliga
Gensheimer will sich mit dem Meistertitel verabschieden

Porträt: Uwe Gensheimer: Leistungsträger und Trickser
Porträt: Uwe Gensheimer: Leistungsträger und Trickser FOTO: dpa, Axel Heimken
Düsseldorf. Im Sommer zieht Uwe Gensheimer um. Paris statt Mannheim. Das klingt nicht schlecht. Zudem dürfte die Arbeit des Handballprofis bei der französischen Spitzenmannschaft St. Germain dank der Gelder einer katarischen Investorengruppe, für die der Gewinn der Champions League das oberste Ziel ist, sehr gut entlohnt werden. Von Eckhard Czekalla

Neues Land, neues Umfeld, neue Sprache - doch daran verschwendet der Linksaußen momentan keine Gedanken. Für ihn zählt allein die Bundesliga. "Für mich wäre der Titel etwas Besonderes. Ihn zu holen, wäre der perfekte Abschied", sagt der Mann mit dem Zauber-Handgelenk. Das erlaubt dem 29-Jährigen Wurfvarianten, die Torhüter an den Rand des Wahnsinns treiben. Möglichst auch den Schweden Mattias Andersson (37), der seinerseits mit großartigen Paraden schon viele Werfer entnervt.

Heute Abend (20.15 Uhr/Sport1) kommt es wieder zum Duell, wenn die Rhein-Neckar Löwen mit Uwe Gensheimer im Spitzenspiel den drei Minuspunkte schlechteren Tabellendritten SG Flensburg-Handewitt mit Torwart Andersson empfangen. "Es geht nur um zwei Punkte", sagt Gensheimer. Stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit. Ein Erfolg wäre ein großer Schritt auf dem Weg zur Meisterschaft. Es wäre die erste für den Verein, der 2003 als SG Kronau-Östringen in die Bundesliga aufstieg und seit 2007 aus Marketing-Gründen den Namen Rhein-Neckar Löwen trägt. "Wenn du seit dem dritten Spieltag die Nummer eins bist, dann willst du das jetzt auch verteidigen", betont der dänische Cheftrainer Nikolaj Jacobsen.

Zweimal reichte es zuletzt nur zur Vizemeisterschaft. 2014 genügte am letzten Spieltag der 30:25-Sieg in Gummersbach nicht, weil der THW Kiel nach dem 37:23 gegen Berlin die um zwei Treffer bessere Tordifferenz hatte. Im vergangenen Jahr hatten die Kieler zwei Punkte mehr auf ihrem Konto. Auch diesmal mischt der THW noch mit, doch als der gefährlichere Gegner gilt Flensburg - und das nicht nur, weil die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes vor drei Tagen den Nordrivalen in der Champions League mit 37:27 besiegte. Rekordchampion Kiel hat viele Verletzte, Flensburg kann auf einen Kader von 17 Topleuten zurückgreifen.

Gensheimer, seit 2003 im Verein, ist heiß auf den Meistertitel. Beim EM-Triumph der Nationalmannschaft war er nur Zuschauer. Der Kapitän hatte sich Mitte Dezember einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Nun ist er wieder fit. Bislang steht in der Vita des Profis, der bald sein BWL-Studium abschließen wird und mit Freunden die vor allem für bunte Socken bekannte Bekleidungsfirma "uandwoo" betreibt, nur der Gewinn des EHF-Pokals 2013. "Wir haben uns in den letzten Jahren als Mannschaft gefestigt", sagt Gensheimer und träumt vom Titel.

Quelle: RP
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