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Unentschieden gegen Schweden
Handballer noch nicht in WM-Form
Unentschieden gegen Schweden: Handballer noch nicht in WM-Form
Nach dem deutlichen Erfolg am Donnerstag gab es am Samstag ein Unentschieden gegen die schwedische Handball-Nationalmannschaft. FOTO: dpa, Angelika Warmuth
Die deutschen Handballer sind noch nicht in WM-Form. Eine Woche vor ihrem WM-Eröffnungsspiel gegen Brasilien im spanischen Granollers kam die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger gegen den Olympiazweiten Schweden in Hamburg über ein 28:28 (15:16) nicht hinaus. 43 Stunden zuvor hatte der Weltmeister von 2007 den ersten Vergleich mit dem nicht für die WM qualifizierten Rekord-Europameister in Växjö noch für sich entschieden (26:20).

Beste Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die ihre WM-Generalprobe am Mittwoch in Stuttgart gegen Rumänien bestreitet, waren am Samstag der Gummersbacher Adrian Pfahl sowie Kevin Schmidt und Tobias Reichmann von der HSG Wetzlar mit jeweils vier Toren. "Es war wichtig, dass wir nicht verloren haben. Wir haben im Angriff einen Schritt nach vorne gemacht. Die Stimmung in der Mannschaft ist so gut, wie ich sie selten erlebt habe", sagte Spielmacher Michael Haaß.

"In der ersten Halbzeit waren wir nicht so präsent - vor allem in der Abwehr. Das wurde in der zweiten Halbzeit aber deutlich besser. Insgesamt bin ich mit den beiden Tests zufrieden", sagte Heuberger, während Spielmacher Michael Haaß ergänzte: "Es war wichtig, dass wir nicht verloren haben. Wir haben im Angriff einen Schritt nach vorne gemacht. Die Stimmung in der Mannschaft ist so gut, wie ich sie selten erlebt habe."

Vor 11.269 Zuschauern erwischten die Gastgeber gegen die mit sieben Bundesliga-Legionären angetretenen Schweden einen guten Start. Der Göppinger Haaß setzte immer wieder den Kieler Kreisläufer Patrick Wiencek gekonnt in Szene, was entweder direkt zu Torerfolgen oder zu Siebenmetern führte. Auch das schnelle Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff funktionierte in der Anfangsphase gut. Die Folge war eine 6:3-Führung in der achten Minute.

Danach schlichen sich aber einige Unkonzentriertheiten in Abwehr und Angriff ins deutsche Spiel ein. In der Defensive wurde Oliver Roggisch schmerzlich vermisst. Der Abwehrchef der Rhein-Neckar Löwen fehlte wegen eines Magen-Darm-Infekts. Im Tor bekam der Lemgoer Carsten Lichtlein, der zunächst den Vorzug gegenüber dem Berliner Silvio Heinevetter erhielt, in der Anfangsphase kaum einen Ball zu fassen. So gingen die Gäste, die nur noch auf vier Spieler des Olympia-Aufgebots zurückgreifen konnten, nach einer Viertelstunde erstmals in Führung (8:9).

Heuberger forderte in einer Auszeit im Abwehrverhalten "klarere Absprachen". Zudem stellte der Bundestrainer auf eine offensivere 5:1-Deckung um. Die Probleme blieben aber bis zur Pause. "Wir haben stark begonnen, aber dann gab es in der Abwehr einige Schwierigkeiten. Die Spieler reden aber sehr viel, das ist sehr wichtig", sagte DHB-Sportmanager Heiner Brand in der Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel ersetzte Heinevetter den glücklosen Lichtlein im Tor und fügte sich mit einigen guten Paraden glänzend ein. Die Ballgewinne nutzte die DHB-Auswahl zu schnellen Gegenstößen und einer 21:19-Führung in der 41. Minute. Richtig rund lief das deutsche Spiel aber auch weiterhin nicht, doch auf den starken Heinevetter war weiterhin Verlass. In der spannenden Schlussphase rettete Christoph Theuerkauf mit seinem Treffer kurz vor Schluss das leistungsgerechte Unentschieden.

Das deutsche Team startet am 12. Januar in Granollers gegen Brasilien in die WM. Trainer Heuberger hat den Einzug ins Achtelfinale als erstes Ziel ausgegeben. Titelverteidiger Frankreich, Afrikameister Tunesien, Argentinien und Montenegro sind die weiteren Vorrundengegner. Die ersten vier Mannschaften ziehen in die Runde der besten 16 ein.

Quelle: sid
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