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Handball
HSV geht nach Insolvenzantrag ungeschlagen in EM-Pause

Fotos: HSV Hamburg spielt in der Krise stark auf
Fotos: HSV Hamburg spielt in der Krise stark auf FOTO: dpa, ahe gfh
Der finanziell schwer angeschlagene Handball-Bundesligist HSV Hamburg ist sportlich weiter auf dem Vormarsch. Am letzten Spieltag vor der EM-Pause gewannen die Hanseaten gegen Frisch Auf Göppingen 36:24 (18:10).

Es war ihr dritter Sieg im dritten Spiel, nachdem der Klub den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hamburg gestellt hatte. Mit 29:11 Punkten ist der HSV erster Verfolger des Spitzentrios Rhein-Neckar Löwen (36:4), THW Kiel (34:6) und SG Flensburg-Handewitt (33:7).

Wie es für den Champions-League-Sieger von 2013 im neuen Jahr weitergeht, ist jedoch fraglich. Trainer Michael Biegler wird Hamburg am Saisonende verlassen. "Ich habe dem Verein frühzeitig mitgeteilt, dass ich meine Option ziehe und die Zusammenarbeit nach nur einem Jahr beende. In meinen Augen erscheint mir im nächsten Sommer ein erneuter Neustart notwendig", sagte Biegler bei welt.de.

Schon im Januar könnten nach Ex-Nationalspieler Adrian Pfahl, der gegen seinen zukünftigen Verein sein Abschiedsspiel gab, weitere Spieler Hamburg verlassen. "Nach der Partie gegen Göppingen hat die Mannschaft Zeit, sich neu zu formieren. Ich weiß nicht, wer noch andere Angebote annimmt", sagte Biegler, der bei der EM (15. bis 31. Januar) Gastgeber Polen betreut: "Es stehen zu viele Fragen im Raum, und niemand weiß, was in der spielfreien Zeit passiert."

HSV Hamburg: Von der Meisterschaft zur Insolvenz

An der Tabellenspitze wird es nach der Europameisterschaft einen Dreikampf um den Titel geben. Nach den Rhein-Neckar Löwen (27:25 gegen SC Magdeburg) und Flensburg (32:20 beim TBV Lemgo) am Samstag gewann auch Kiel sein letztes Spiel des Jahres. Der Rekordmeister, der einen Tag vor Weihnachten das Meisterschaftsrennen mit einem Sieg gegen die Löwen wieder spannend gemacht hatte, setzte sich am Sonntagabend vor 13.380 Zuschauern in der Kölner Lanxess-Arena beim Bergischen HC 31:28 (15:10) durch.

Kieler Toft Hansen wohl schwer verletzt

Allerdings bangen die Zebras um Kapitän Rene Toft Hansen, der das Feld mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung auf einer Trage verließ. "Rene meinte, dass alles im Knie kaputt ist, so wie es geknackt hat", sagte Kiels Trainer Alfred Gislason bei Sport1: "Wir hoffen natürlich, dass er nicht Recht behält."

Ebenfalls Siege zum Jahresabschluss feierten die Füchse Berlin (30:24 gegen ThSV Eisenach), der VfL Gummersbach (25:24 gegen TVB Stuttgart), MT Melsungen (31:23 gegen DHfK Leipzig) und die TSV Hannover-Burgdorf (32:27 gegen HBW Balingen-Weilstetten).

(sid)
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