| 16.14 Uhr

Insolvenz des Handball-Bundesligisten
Flensburg denkt über Klage gegen HSV Hamburg nach

Die Mannschaft vom HSV Hamburg zerfällt
Die Mannschaft vom HSV Hamburg zerfällt
Flensburg. Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt erwägt nach dem Ausfall der Partie gegen den insolventen Klub HSV Hamburg weiterhin eine Klage.

"Die durch den Spielausfall entstandene Schadenshöhe kann ich derzeit noch nicht beziffern", sagte Geschäftsführer Dierk Schmäschke am Mittwoch, es werden "alle rechtlichen Schritte in alle Richtungen" geprüft. Die Rhein-Neckar Löwen wollen hingegen auf diesen Schritt verzichten.

Das Spiel Flensburg gegen Hamburg war eigentlich für den 10. Februar angesetzt, fällt nach dem Rückzug der Hamburger vom Spielbetrieb allerdings aus. Dies sei "äußerst bedauerlich, und wir sind sehr verärgert, da wir unsere finanzielle und sportliche Saison-Planung selbstverständlich inklusiv der Partie" ausgerichtet hatten. Eine Art "Ersatzspiel" für die Ticketinhaber und Dauerkartenbesitzer wird es nicht geben.

"In einem persönlichen Anschreiben an nahezu all unsere Ticketkunden haben wir vor allem unsere langjährigen und sehr treuen Dauerkarteninhaber und Sponsoren zur Solidarität und Unterstützung aufgerufen", sagte Schmäschke, der bereits über 6000 Karten für das Spiel verkauft hatte: "Es ist immer die Stärke der großen SG-Gemeinschaft gewesen, in guten wie in schwierigen Zeiten eng zusammenzustehen und gemeinsam immer nach vorne zu schauen. An dieses Wir-Gefühl zur Minimierung des Schadens appelliere ich und bitte alle um Verständnis und Solidarität."

Löwen-Geschäftsführer Lars Lamade sieht bei einer Klage keine Erfolgsaussichten. "Dort gibt es sowieso nichts zu holen", sagte er dem Mannheimer Morgen: "Mich ärgert mehr, dass sich andere Teams, gegen die wir noch antreten müssen, jetzt billig mit HSV-Leistungsträgern verstärken."

Unter anderem wechselten der kroatische Kreisläufer Ilija Brozovic (THW Kiel) und Rechtsaußen Hans Lindberg aus Dänemark (Füchse Berlin) zu direkten Konkurrenten der Löwen. Im Gegensatz zum Tabellenführer der Bundesliga prüft der Ligaverband HBL ebenso wie Flensburg, ob sie gegen die Hamburger klagen können.

(seeg/sid)
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