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Deutscher Handball-Bund
Landesverbände stellen Antrag auf Abwahl des Präsidiums

Deutscher Handball-Bund: Landesverbände stellen Antrag auf Abwahl des Präsidiums
"Mich wundert nichts mehr", sagt Bob Hanning zu dem Antrag. FOTO: dpa, hei soe mac nie
Der Deutsche Handballbund steht vor einer Zerreißprobe, Vize-Präsident Bob Hanning gerät immer mehr in die Schusslinie: Eine Opposition aus den größten Landesverbänden plant die Abwahl des gesamten DHB-Präsidiums, der Handballverband Württemberg (HVW) reichte den entsprechenden Antrag fristgerecht zum außerordentlichen Bundestag im September ein.

"Stellvertretend für vier der fünf größten Landesverbände und in Abstimmung mit weiteren Landesverbänden stellt der Handballverband Württemberg e.V. (HVW) den Antrag auf Abwahl der vom Bundestag des DHB 2013 gewählten Vizepräsidenten", teilte der HVW am Freitag mit.

Einen entsprechenden Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hatte Gunter Eckart, Präsident des Hessischen Verbandes, bereits dem SID bestätigt: "Es ist angedacht, dies auf den Weg zu bringen, wenn es unter den Landesverbands-Präsidenten mehrheitsfähig ist." Der langjährige Bundestrainer Heiner Brand erklärte der FAZ, er "begrüße die Initiative der Landesverbände ausdrücklich".

Deren Präsidenten verwiesen in der Mitteilung darauf, dass der Wahlvorschlag für den DHB-Präsidenten "nicht aus den Reihen der derzeitigen Vizepräsidenten kommen solle" - ein klarer Bezug auf Andreas Michelmann, der am 26. September in Hannover eigentlich zum neuen DHB-Präsidenten gewählt werden sollte. Der Vorschlag seitens der Findungskommission, den aktuellen DHB-Vizepräsidenten für Amateur- und Breitensport als Nachfolger des nach Streitigkeiten zurückgetretenen Bernhard Bauers zu installieren, hat ebenso wie der Führungsstil der amtierenden DHB-Spitze offensichtlich zu größeren Dissonanzen geführt.

"Wir müssen verhindern, dass aus dem Deutschen Handball-Bund ein Deutscher Hanning-Bund wird", wird ein Präsident eines der Landesverbände von der FAZ zitiert. Insbesondere eine zu große Machtfülle wird Hanning vorgeworfen, der neben seinem Amt im DHB auch den Bundesligisten Füchse Berlin führt.

Hanning reagierte am Freitagabend angefressen. "Mich wundert nichts mehr. Inhaltlich gehören die Themen ins Präsidium, und da werde ich sie von meiner Seite auch belassen", sagte er dem SID.

Bei einer Sitzung am vergangenen Mittwoch stimmte die Mehrheit der Verbände von Hessen, Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Westfalen für den Antrag. Ein einstimmiges Votum gab es nach SID-Informationen aber nicht.

Eine Zusammenkunft aller Landesverbände soll nun zeitnah stattfinden, um über das weitere Vorgehen zu befinden. Sollte es einschneidende Veränderungen beim DHB geben, wäre der im März zurückgetretene Ex-Präsident Bauer nach SID-Informationen wohl zu einer Rückkehr bereit.

(sid)
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