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Handball-Bundesliga
Remis im Showdown: Kiel verpasst Vorentscheidung

Fotos: THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen 23:23
Fotos: THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen 23:23 FOTO: dpa, mch kno
Die Handball-Bundesliga steuert erneut auf ein Herzschlag-Finale zu. Rekordmeister THW Kiel und sein ärgster Verfolger Rhein-Neckar Löwen trennten sich im Spitzenspiel nach einem wahrhaftigen Krimi 23:23 (11:10) und biegen damit Kopf an Kopf auf die Zielgeraden ein.

Titelverteidiger Kiel liegt bei sechs noch ausstehenden Spielen (53:7 Zähler) knapp vor den Mannheimern (51:7), die allerdings eine Partie weniger ausgetragen haben.

"Fakt ist, dass der THW auch noch den Vorteil der Tordifferenz hat, das steht jetzt erst mal", sagte Löwen-Kapitän Gensheimer bei Sport1, sein Teamkollege Andy Schmid fügte hinzu: "Wir können mit dem Punkt leben, es bleibt halt eng." THW-Trainer Alfred Gislason erwartet ein enges Saisonfinish: "Nach Minuspunkten sind wir gleichauf, daher hat sich jetzt nicht viel geändert."

Bester THW-Torschütze vor 10.285 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena war Nationalspieler Steffen Weinhold mit fünf Treffern. Für die Löwen, die Kiel im Viertelfinale des DHB-Pokals vor viereinhalb Wochen noch besiegt hatten (29:26), traf Kapitän Uwe Gensheimer (8/5) am häufigsten.

"Wenn wir das Spiel verlieren, ist Kiel wahrscheinlich Meister", hatte Gensheimer vor der Partie gesagt und damit die große Bedeutung des Duells untertrichen. Entsprechend verbissen starteten beide Mannschaften in die Partie.

Hitzig, beherzt, hochklassig: Die 10.285 Zuschauer in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena bekamen von Beginn an ein hart umkämpftes Spitzenspiel der beiden zurzeit besten deutschen Handball-Teams geboten. Beide Mannschaften bestachen mit variablen Abwehrreihen und starken Torhütern, so dass zunächst kaum Treffer fielen und sich niemand absetzen konnte. 3:3 hieß es nach einer Viertelstunde, 9:9 nach 26 Minuten, 11:10 zur Halbzeit für Kiel.

Während sich die Stars wie Löwen-Nationalspieler Gensheimer, der wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit im Pokalspiel gegen Rene Toft Hansen von Beginn an ausgepfiffen wurde, oder Kiels Superstar Filip Jicha im ersten Abschnitt nur selten in Szene setzen konnten, glänzten die Torhüter. Aufseiten der Gastgeber machte Sonne das verletzungsbedingte Fehlen der beiden Stammkeeper vergessen, bei den Löwen imponierte zwischen den Pfosten einmal mehr Niklas Landin, der im Sommer zum THW wechselt.

Auch im zweiten Abschnitt boten sich beide Teams weitgehend ein Duell auf Augenhöhe. Zwar konnte Kiel immer wieder vorlegen, doch die Löwen behielten trotz der lautstarken Kulisse kühlen Kopf und ließen sich bis zum 15:15 (40.) nicht abschütteln. Auch als Ekberg zwei Gegenstöße in Folge zum 19:16 (46.) versenkte, gerieten die Hausherren nur scheinbar auf die Siegerstraße - denn die Löwen steckten nie auf und verhinderten durch eine erfolgreiche Aufholjagd wie erhofft eine Vorentscheidung im Titelrennen.

Im historischen Saisonfinale des Vorjahres hatte Kiel am letzten Spieltag einen Sieben-Tore-Rückstand gegen die Löwen aufgeholt und sich so den 19. Meistertitel gesichert. Bei jeweils 59:9 Punkten hatte der THW nach 34 Spieltagen die um zwei Treffer bessere Tordifferenz.

Flensburg schlägt Minden

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt bleiben auf Champions-League-Kurs. Die Norddeutschen gewannen am Ostersonntag ihr Bundesliga-Heimspiel gegen GWD Minden 27:24 (13:11). Mit dem 20. Saisonsieg und nunmehr 44:16 Punkten festigte die SG den dritten Tabellenplatz vor dem SC Magdeburg. Beste Werfer des Spiels waren Anders Eggert mit zwölf Toren für die Flensburger sowie der achtmal erfolgreiche Aljoscha Schmidt für die in akuter Abstiegsnot schwebenden Gäste.

Nach zwei Partien ohne Sieg kam das Flensburger Team von Trainer Ljubomir Vranjes schwer ins Spiel. Fünf Minuten vor der Pause stand es noch 10:10. In der zweiten Halbzeit lief es für die Gastgeber besser. Spielmacher Thomas Mogensen sorgte mit seinem Tor zum 16:12 (36.) für die erste komfortable Führung. Minden gab jedoch nicht auf und verkürzte auf 18:19. Am Ende setzte sich die SG dank der besseren Spielkultur durch.

(sid)
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