| 22.15 Uhr

Handball-Bundesliga
Bergischer HC hält in der ersten Halbzeit beim Meister mit

THW Kiel baut gegen Bergischen HC Tabellenführung aus
Torhüter Björgvin Gustavsson konnte mit seinen Paraden die Niederlage gegen den THW Kiel nicht verhindern. FOTO: Popova (Archiv)
Niemand hatte ernsthaft damit gerechnet, dass der Bergische HC in der Handball-Bundesliga beim THW Kiel gewinnen würde. Zu deutlich waren die Niederlagen der Löwen gegen den Branchen-Primus in der Vergangenheit gewesen. So war es keine Überraschung, dass auch gestern der Tabellenführer die Oberhand behielt. Jedoch hinterließ die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze bei der 17:32 (9:11)-Niederlage in der ersten Hälfte einen guten Eindruck. Von Thomas Rademacher

Das Tor kurz vor dem Schlusspfiff der ersten Halbzeit scheint dem BHC in dieser Saison zu liegen. Auch in Kiel trafen die Gäste zwei Sekunden vor der Pause durch Moritz Preuss vom Kreis. Auf dem 22-Jährigen lastete gestern Abend große Verantwortung. Er ist derzeit der einzig fitte Kreisläufer im Kader. Max Weiß laboriert noch an einer Nebenhöhlenentzündung, und Benjamin Meschke hat sich beim sensationellen Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt die Hand gebrochen. Preuss ereldigte seine Aufgabe ordentlich, kam gleich in den ersten 30 Minuten zu drei seiner insgesamt vier Treffer.

Torhüter können sich auszeichnen

Mit dem 9:11-Rückstand zur Pause konnten die Löwen naturgemäß recht gut leben, obwohl bei optimalem Verlauf sogar mehr drin gewesen wäre. Die Chancenauswertung der Gastgeber war wenig überzeugend. Torhüter Björgvin Gustavsson hatte bereits sechs Paraden auf seinem Konto. Auf der anderen Seite vergaben auch die Gäste viele Gelegenheiten - wie zum Beispiel Arnor Gunnarsson bei einem Siebenmeter.

Wer aber nun gedacht hatte, der BHC könnte in der zweiten Halbzeit dran bleiben, sah sich getäuscht. In einer kurzen umkämpften Phase nach Wiederanpfiff leisten sich beide Mannschaften viele Fehler. Tore fielen aber nur für die Kieler, weil Max Hermann aus dem Rückraum vergab, Alexander Oelze mehrere Fehlpässe warf, und Christian Hoße ebenfalls eine Chance gegen THW-Keeper Kim Sonne-Hansen liegenließ. Das erste Gäste-Tor der zweiten Hälfte markierte Oelze zum 10:15, als er es mal nicht mit einem Pass versucht hatte. Doch die Partie glitt dem BHC dennoch aus der Hand. Die Kieler nutzten nun jeden BHC-Fehler und erhöhten schnell auf 18:10.

Rote Karte für Hermann

Dass sich der amtierende Deutsche Meister diesen Vorsprung nicht mehr nehmen lassen würde, lag auf der Hand. Hinze gab allen mitgereisten Akteuren Einsatzzeit. Tim Lindner vergab seinen Abschlussversuch, doch Nils Artmann markierte in der Schlussphase sogar zwei Treffer. Mario Huhnstock kam nach 43 Minuten für Gustavsson zwischen die Pfosten.

Dramatisch wurde es nicht mehr. Max Hermann sah für sein drittes Foul die Rote Karte, während der THW scheinbar gemütlich weiter davonzog, um mit 32:17 zu gewinnen. Bester Spieler des Abends war Patrick Wiencek. Der Kieler Kreisläufer erzielte neun Tore bei einer hundertprozentigen Wurfquote.

Berlin besiegt Hamburg, Flensburg patzt

Die Füchse Berlin haben ihre Chancen auf Platz fünf in der Handball-Bundesliga gewahrt. Der Pokalsieger besiegte am Mittwochabend den HSV Hamburg mit 28:25 (13:10). Nationalspieler Fabian Wiede und Rückraumspieler Petar Nenadic überragten mit jeweils acht Treffern bei den Gastgebern. Champions League-Sieger SG Flensburg-Handewitt patzte hingegen bei der HBW Balingen-Weilstetten und kam nicht über ein 20:20 (10:8) hinaus. Die Flensburger liegen damit auf Rang drei in der Tabelle.

(rpo/dpa)
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