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THW Kiel nur Außenseiter zum Final Four
Dominik Klein kämpft um goldenen Abschied

THW Kiel: Dominik Klein kämpft um goldenen Abschied
Dominik Klein wird den THW Kiel nach dieser Saison verlassen. FOTO: dpa, jai
Köln. Nach zehn Jahren verlässt Dominik Klein am Saisonende Handball-Rekordmeister THW Kiel. Beim Final Four der Champions League in Köln will er mit den Zebras in ungewohnter Rolle noch einmal für Furore sorgen.

Dominik Klein hat noch keine Zeit für die große Wehmut. Nicht die acht Meisterschaften, sechs Pokalsiege und drei Titel in der Champions League gehen dem Publikumsliebling des THW Kiel kurz vor seinem emotionalen Abschied durch den Kopf - für den Weltmeister von 2007, der die "Zebras" nach zehn Jahren Richtung Frankreich verlässt, zählt nur das Final Four der Champions League in Köln.

"Würden wir die Saison am Wochenende vergolden, würde ein Traum in Erfüllung gehen", sagte der 32-Jährige der Handballwoche. Im Sommer zieht es ihn mit Frau Isabell und Sohn Colin nach Nantes. Ein Pokal zum Abschied käme da gerade recht.

Doch der Weg zum vierten Triumph in der Königsklasse ist steinig. Das erste Halbfinale bestreiten am Samstag KS Kielce und Paris St. Germain (15.15 Uhr/alle Spiele bei Sky), bevor Klein und Co. gegen den ungarischen Spitzenklub MKB Veszprem um den früheren Kieler Aron Palmarsson Schwerstarbeit verrichten müssen (18 Uhr). Das Finale steigt am Sonntag (18 Uhr).

Die wichtigsten Fakten zum Final Four

THW Kiel zum fünften Mal dabei

Die Ausgangsposition ist bei dem Saison-Highlight für den THW eine andere als in den vergangenen Jahren. Zum fünften Mal hat es der deutsche Rekordmeister in Serie zum Final Four geschafft. Doch statt als klarer Titelfavorit gefällt sich das Team von Trainer Alfred Gislason diesmal nur in der Außenseiterrolle. "Meine Favoriten sind Paris, Veszprem und Kielce", sagte Klein: "Wenn man sich die Namen der Spieler anschaut, die bei den anderen Mannschaften auflaufen, sind das einfach die Favoriten."

Doch die Kieler sind in besonderen Spielen immer wieder zu besonderen Leistungen imstande. Dass das typische THW-Gen auch im aktuellen Kader steckt, bewiesen die Norddeutschen zuletzt mit dem Triumph im Viertelfinale gegen das favorisierte Starensemble des FC Barcelona. "Jeder muss gut spielen, alles muss passen", sagte Gislason den Kieler Nachrichten. Die "Herausforderung liegt darin, innerhalb von 24 Stunden zweimal Höchstleistungen abzurufen", meinte Klein: "Bei uns geht es über die Emotionen."

Diese werden "Mini", wie der gebürtige Unterfranke in Kiel nur gerufen wird, wohl spätestens am 16. Juli dann so richtig übermannen. Mit einem Abschiedsspiel sagt der Linksaußen "Tschüss" zu jahrelangen Weggefährten und den treuen Anhängern: "Ich habe meine besten Sportlerjahre in Kiel erlebt, und natürlich wird mein Herz weiter für diesen tollen Verein und seine Fans schlagen."

THW Kiel zieht trotz Pleite in Barcelona ins Final Four ein FOTO: dpa, dcm hm
(sid)
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