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Handball-Bundesliga
Rückschlag im Titelrennen trifft den THW Kiel ins Mark

THW Kiel: Rückschlag im Titelrennen trifft Alfred Gislason ins Mark
Alfred Gislason muss womöglich den Rhein-Neckar Löwen den Vortritt lassen. FOTO: dpa, skh fpt hjb kno
Hamburg. Vorentscheidung im Titelkampf? Der THW Kiel hat im Fernduell mit den Rhein-Neckar Löwen überraschend in Balingen Federn gelassen, Flensburg ist nach dem Remis in Magdeburg praktisch chancenlos.

Der unerwartete Rückschlag im Titelkampf traf Alfred Gislason ins Mark. "Das tut sehr weh", sagte der Trainer des THW Kiel nach dem enttäuschenden Auftritt seiner Stars beim 22:22 in Balingen den "Kieler Nachrichten", "jetzt sieht es nicht gut aus."

Durch den erneuten Patzer des Rekordmeisters beträgt der Rückstand auf die Rhein-Neckar Löwen nun zwei Punkte, der Traum des Spitzenreiters vom ersten Meistertitel nimmt immer schärfere Konturen an. "In der Meisterschaft haben wir nun einen klaren Rückstand, die Löwen haben es in ihren Händen", sagte der genesene Kieler Nationalspieler Steffen Weinhold zerknirscht.

"Die Chance ist schon sehr groß, dass es die Löwen in diesem Jahr packen", sagte Sky-Experte Martin Schwalb dem SID am Donnerstag. Von einer Vorentscheidung will der frühere Meistertrainer des HSV Hamburg aber nicht sprechen. "Kiel darf man nicht abschreiben", sagte Schwalb: "Im Endspurt geht es darum, die Nerven zu bewahren."

Mit den Nerven war es beim Kieler Punktverlust auf der Schwäbischen Alb so eine Sache. Als Torjäger Marko Vujin in der 44. Minute das 20:17 markierte, deutete alles auf einen Erfolg des großen Favoriten hin. Doch dann brachen die Zebras ein, trafen 15 Minuten das Tor nicht und retteten mit Ach und Krach noch einen Punkt. Schon beim vorherigen Auswärtsspiel in Hannover (30:30) hatte der THW einen Zähler abgegeben.

Flensburg-Handewitt ist weg vom Fenster

Während Kiel zumindest weiter in Schlagdistanz zu den Löwen ist, hat sich die SG Flensburg-Handewitt am Mittwochabend praktisch aus dem Titelrennen verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes strauchelte überraschend beim SC Magdeburg und gab beim 23:23 in der Schlussphase den Sieg noch aus der Hand.

"Es ist natürlich unglücklich, dass man noch einen Punkt verliert, wenn man 90 Sekunden vor Schluss mit zwei Toren führt", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. Flensburg hat nun drei Minuspunkte mehr auf dem Konto als die Löwen.

"Dieses Spiel müssen wir abhaken", sagte Schmäschke und forderte "volle Fokussierung" auf das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League am Samstag (17.30 Uhr/Sky) gegen KS Vive Kielce.

Auch Kiel sollte sein Liga-Remis schleunigst aus den Köpfen kriegen. Am Sonntag (19.30 Uhr/Sky) empfängt der THW den Titelverteidiger FC Barcelona zum Showdown in der Königsklasse.

(sid)
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