Holmenkollen-Skispiele in Oslo: Hannawald fliegt auf zweiten Platz
zuletzt aktualisiert: 17.03.2002 - 21:18Oslo (rpo). Doppel-Olympiasieger Simon Ammann hat vor Sven Hannawald zum Abschluss der Holmenkollen-Skispiele in Oslo das Skispringen von der Großschanze gewonnen. Der Schweizer erhielt für Flüge auf 128,5 sowie 117 Meter 260,4 Punkte und lag beim ersten Weltcupsieg seiner Karriere nur 0,7 Punkte vor dem deutschen Skiflug-Weltmeister. Dritter wurde Gesamt-Weltcupsieger Adam Malysz aus Polen. Martin Schmitt (Furtwangen/240,7) kam auf Platz sieben.
Wie im Vorjahr sorgte Nebel am Oslo-Fjord dafür, dass die 30. 000 Zuschauer und die Kampfrichter kaum etwas erkennen konnten. "Beim zweiten Sprung habe ich einen echten Blindflug gemacht. Jeder Springer hat den anderen gefragt, ob er etwas gesehen hat", sagte Hannawald. "Es war wahnsinnig schwierig zu springen. Ich wusste gar nicht, wo ich landen sollte", erklärte Martin Schmitt, der in der Wertung der vier nordischen Sprung-Stationen knapp gegen Matti Hautamäki (Finnland) unterlag.
Bundestrainer Reinhard Heß fühlte mit seinen Springern. "Wenn man da oben sitzt und in dieses Nebelloch sieht, leidet auch die Absprunggenauigkeit." Weltcup-Punkte sammelten zudem Christof Duffner (Schönwald/214,6) auf Platz 16, Michael Uhrmann (Rastbüchl/200,0) als 25. sowie Jörg Ritzerfeld (Oberhof/175,1) auf Rang 30. Hingegen verpasste Mannschafts-Olympiasieger Stephan Hocke (Oberhof) den Finaldurchgang. Ob der 18-Jährige beim Skifliegen in Planica den Saison-Kehraus bestreiten wird, steht noch nicht fest.
Malysz: "Ich bin glücklicher als beim ersten Mal"
Adam Malysz hatte bereits zuvor in Trondheim die Titelverteidigung perfekt gemacht. "Ich bin viel glücklicher als beim ersten Mal. Es war wirklich eine harte Saison", sagte der 24-jährige Pole. "Ich weiß, wie es ist, unter Druck zu stehen. Keine Frage, ein völlig verdienter Sieg", erklärte Martin Schmitt, der 1999 und 2000 den Gesamtweltcup gewonnen hatte. Bundestrainer Reinhard Heß gratulierte "leichten Herzens". "Wer geglaubt hat, Adam schwächelt zum Saisonende, der hat sich getäuscht".
Auch Malysz? größer Konkurrent um den Gesamt-Weltcup, Sven Hannawald, stimmte in die Lobeshymnen mit ein und gratulierte noch im Schanzenauslauf als Erster. "Wenn ich Adam angucke, dann sehe ich einen großartigen Skispringer, der zu Recht den Weltcup gewonnen hat", sagte Hannawald.
Der Skiflug-Weltmeister nutzte die Gelegenheit, um Missverständnisse der vergangenen Woche auszuräumen. Via Fernsehen entschuldigte er sich für seinen Satz "Mit dem Volk bin ich fertig", den er nach den Schneeball-Attacken polnischer Zuschauer bei der Skiflug-WM in Harrachov getätigt hatte. "Ich meinte nicht das polnische Volk, sondern ein paar Rowdys. Adam und ich haben überhaupt kein Problem miteinander." Zur Bekräftigung der guten deutsch-polnischen Skisprung-Beziehungen soll im August in Hinterzarten ein Jugendcamp zur Förderung des Fair Plays stattfinden.
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