Neuer Tennis-Stern: Hantuchova siegt in Indian Wells
zuletzt aktualisiert: 17.03.2002 - 22:32Indian Wells (rpo). Daniela Hantuchova feierte mit dem 6:3, 6:4-Endspielsieg gegen Martina Hingis in Indian Wells eine faustdicke Überraschung und gleich bei ihrer ersten Final-Teilnahme auf der WTA-Tour den ersten Turniersieg.
"Wenn Daniela so weiterspielt, dann hat sie definitiv eine große Zukunft vor sich", attestierte die unterlegene Favoritin ihrer Bezwingerin, die als Belohnung 332 000 Dollar kassierte und sich in Weltrangliste von Platz 26 auf Rang 17 vorschiebt.
Vor allem wie Daniela Hantuchova aufspielte, verblüffte die Tennisexperten: Druckvoll und variantenreich, selbst in bedrängter Situation mit unmöglich erscheinenden Gewinnschlägen. Die Aufsteigerin aus Bratislava brachte ihre Gegnerin aus der Schweiz regelrecht zum Verzweifeln. "Sie traf immer die Linie. Ich dachte mir: Als ich 18 war, spielte ich genauso furchtlos", fühlte sich Martina Hingis, selbst erst 21, an ihre Jugend erinnert.
Vor den Augen ihres extra zum Finale angereisten Vaters Igor schlug Daniela Hantuchova der überforderten Martina Hingis die Bälle nur so um die Ohren. Selbst lange nach dem letzten Ballwechsel fand sie dafür keine logische Erklärung: "Martina so zu schlagen wie ich es heute gemacht habe, ist einfach unbegreiflich für mich." Insgesamt neun Breakchancen erarbeitete sich die Slowakin, sechs nutzte sie eiskalt aus. Von Lampenfieber in ihrem allerersten Finale auf der WTA-Tour war nichts zu spüren: "Vom ersten Punkt an glaubte ich daran, sie schlagen zu können. Ich versuchte nur, die richtigen Dinge zu machen. Und das hat funktioniert."
Nur kurze Zeit außer Tritt
Einzig im zweiten Satz, als sie beim Stande von 5:2 zum Matchgewinn aufschlug, verlor sie angesichts des greifbar nahen Sieges kurzzeitig ihre Unbekümmertheit. Am Ende aber stand bei der mit 2,1 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung ein souverän herausgespielter Sieg und ihre unwidersprochene Erkenntnis: "Es war das beste Match, das ich jemals gespielt habe. Schließlich stand auf der anderen Seite Martina, eine der Besten überhaupt."
Daniela Hantuchova ist erst seit Mai 1999 als Profi auf der Tour. Mit den Siegen im Mixed beim Wimbledon-Turnier im vergangenen Jahr und bei den Australian Open zu Jahresbeginn ließ sie zwar bereits aufhorchen, der ganz große Coup aber blieb ihr bis zum Wochenende versagt. Im August 2001 hatte sie bei den Canadian Open Jennifer Capriati am Rande einer Niederlage, und zuletzt hatte sie bei den Australian Open Venus Williams in den dritten Satz gezwungen. Jetzt steht Hantuchova urplötzlich im Rampenlicht, aber da wollte sie auch hin. Denn ihr Vorbild ist keine geringere als Steffi Graf.
Bei den Herren siegte am Sonntagabend Lleyton Hewitt. Der topgesetzte Australier, der zu Beginn des Jahres mit Windpocken pausieren musste, bezwang am Sonntagabend den Briten Tim Henman mit 6:1, 6:2.
"Es war weitaus schwerer, als es das Ergebnis aussagt. Im zweiten Satz musste ich eine Menge Breakchancen abwehren", kommentierte Hewitt seinen 14. Turniersieg. Erst vor zwei Wochen hatte der US-Open-Sieger das Endspiel im kalifornischen San Jose gewonnen.
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