| 07.07 Uhr

Berlin
Harting erwartet Entschuldigung

Berlin. Der Diskuswerfer macht dem Deutschen Leichtathletik-Verband Vorwürfe.

Nach den Enthüllungen über Korruption im Leichtathletik-Weltverband IAAF erwartet der deutsche Diskus-Olympiasieger Robert Harting eine Entschuldigung von führenden deutschen Verbandsfunktionären.

Unter anderem der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Clemens Prokop, und Vizepräsidentin Dagmar Freitag hätten "über einige Ecken herum" Einfluss auf ihn nehmen wollen, "wie ich über Lamine Diack geredet habe und und und", sagte der 31-Jährige im Interview mit der "Berliner Morgenpost": "Weil das nicht gut für den DLV sei. Und was jetzt? Jetzt ist Diack schuldig hoch zehn." Prokop wies die Kritik Hartings zurück. "Das ist nicht nachvollziehbar. Ich habe nie einen Versuch unternommen, Robert Harting in irgendeiner Art und Weise in seiner Meinungsäußerung zu beeinflussen", sagte Prokop.

Gegen den ehemaligen IAAF-Präsidenten Diack und weitere Beschuldigte wird in Frankreich wegen Korruption und Geldwäsche ermittelt. Sie sollen gegen Zahlungen in Millionenhöhe positive Dopingproben russischer Leichtathleten vertuscht haben. Wegen massiver Doping-Verfehlungen wurde der russische Verband inzwischen aus dem Weltverband ausgeschlossen. Das Anti-Doping-Labor in Moskau verlor seine Akkreditierung. Den russischen Leichtathleten droht das Aus für die Olympischen Spiele in Rio im kommenden Jahr.

Harting begrüßte die Enthüllungen, warnte jedoch auch davor, zu pauschalisieren. "Ich freue mich sehr, weil es ein Erfolg ist, was jetzt alles rausgekommen ist", sagte er: "Viele Medien sehen das leider nicht so, sie hacken nun auf der ganzen Sportart herum, was zu einfach ist." Der Berliner nahm auch die Zuschauer in die Pflicht: "Sie wollen sehen, wie einer zum Beispiel eine Radetappe in zwei Stunden gewinnt, die man eigentlich nicht in zwei Stunden schaffen kann. Also wird gedopt."

(sid)
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