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München/Düsseldorf
Hat Bayern doch Aktien an Gnabry?

München/Düsseldorf. Bremer Verantwortliche widersprechen sich bei Wechselmodalitäten.

Willi Lemke hat indirekt eine Beteiligung des FC Bayern München am Transfer von Serge Gnabry vom FC Arsenal zu Werder Bremen bestätigt und damit für weitere Irritationen gesorgt. Geschäftsführer Frank Baumann dementierte dies erneut. Lemke, Werder Bremens langjähriger Bundesliga-Manager und heutiges Mitglied des Aufsichtsrats, sagte in der Sendung "Doppelpass" auf "Sport1": "Ich finde es sehr clever und kreativ, was Frank Baumann hinbekommen hat. So wie es gelaufen ist, finde ich es prima." Gnabry hatte am Mittwoch in Bremen einen Vertrag bis 2020 unterschrieben. Für den Wechsel soll Arsenal London fünf Millionen erhalten haben. Doch von wem?

Wie der Transfer des deutschen Olympia-Stars zu den Norddeutschen genau abgelaufen ist, hatte Journalist Raphael Honigstein von der Zeitung "The Guardian" in der Sendung erklärt: "Man hat sich ein bisschen Hilfe durch den FC Bayern verschafft. Es gibt zwar keine Einigung mit Bayern, aber wenn es dort Bedarf gibt, haben sie die Möglichkeit ihn zu holen." Der Transfer verschaffe beiden Klubs Vorteile, führte Honigstein aus: "Wenn Bayern bei Arsenal ankommt, liegt der Preis wahrscheinlich nicht bei fünf Millionen Euro, sondern höher. Wenn Werder kommt, sagt Arsenal: Mehr als fünf Millionen Euro können sie sich nicht leisten."

Lemke erklärte die Begründungen indirekt für korrekt, indem er zu Honigstein schmunzelnd zustimmte und sagte: "Ich bin sehr dankbar, dass das von Ihnen kommt, denn für mich wäre es schwer gewesen in meiner Funktion als Aufsichtsrat das auszuplaudern, weil diese Themen bei uns zur Vertraulichkeit gehören. Ich gehe aber davon aus, dass Sie sehr gut informiert sind."

Die Antwort von Werders Sportchef Frank Baumann ließ nicht lange auf sich warten. "Das ist falsch. Wir bleiben dabei: Es gibt keine Vereinbarung mit dem FC Bayern", sagte der 40-Jährige dem "Weser-Kurier". Baumann hatte in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass Werder entgegen allen Gerüchten den Transfer komplett allein durchgezogen habe. "Wir sind liquide genug, um den Transfer allein zu stemmen. Es war kein anderer Verein daran beteiligt", sagte Baumann nach der Vertragsunterschrift.

Zuvor hatte auch die Meldung die Runde gemacht, dass der FC Bayern den Spieler kaufen und direkt an Werder ausleihen würden. Davon, so heißt es, sei im Gnabry-Lager aber nie die Rede gewesen. Gnabry hatte sich durch starke Auftritte beim olympischen Fußballturnier in Rio de Janeiro mit sechs Toren ins Rampenlicht gespielt.

(can/erer)
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