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Golden-League-Meeting der Leichtathletik: Hattestad wirft Speer zum Weltrekord: 69,48

zuletzt aktualisiert: 29.07.2000 - 11:47

Oslo (sid). Norwegens Speerwurf-Idol Trine Hattestad hat Oslo beim dritten Golden-League-Meeting der Leichtathletik-Saison in einen Freudentaumel versetzt. Mit 69,48 m stellte die Weltmeisterin von 1997 am Freitagabend vor 18.000 Zuschauern einen neuen Weltrekord auf und kratzte als erste Frau mit dem seit 1999 veränderten Speer an der 70-m-Traummarke. Es war der 52. Weltrekord seit 1924 bei den Bislett-Games.

Dagegen verpasste der "unbesiegbare" Hicham El Guerrouj den krönenden Abschluss des Meetings. In der Jahres-Weltbestzeit von 3:46,24 Minuten über die Meile blieb der 25-jährige Marokkaner allerdings 3,11 Sekunden über seinem eigenen Weltrekord, verlängerte aber sein Sieg-Abonnement: Seit seinem Sturz im Olympia-Finale von Atlanta 1996 hat Guerrouj nicht mehr verloren.

"Das ist die beste Motivation im Hinblick auf Olympia. Mit ein bisschen mehr Gegenwind sind auch die 70 Meter drin", meinte Hattestad. Dahinter steigerte sich Europameisterin Tanja Damaske (Berlin) als Zweite auf die deutsche Jahresbestweite von 65,74 m. "Ich freue mich über die Weite und darüber, dass ich mit diesem Wurf Trine zum Rekord getrieben habe. Ich freue mich sehr für sie, das war ein Riesenwurf", sagte Damaske.

Für weitere Topleistungen bei den Bislett-Games sorgten die US-Amerikanerin Suzy Hamilton mit der 1.500-m-Jahresweltbestzeit von 3:57,40 Minuten, 200-m-Exweltmeisterin Schanna Pintusewitsch (Ukraine) in 10,93 Sekunden über 100 m und der bei den nationalen Olympia-Trials gescheiterte, erst 18-jährige Kenianer Sammy Kipketer mit 12:55,03 Minuten über die 5.000 m. Das Gros der US-Stars war dem Meeting knapp eine Woche nach den US-Trials ferngeblieben, um zu regenerieren (Marion Jones) oder Verletzungen auszukurieren (Michael Johnson, Maurice Greene).

Am Vorabend der nationalen Meisterschaften in Braunschweig konnte eine kleine deutsche Elite die Siege der auch in Sydney schärfsten Konkurrenten nicht verhindern. Sechs Tage nach ihrem Comeback mit 6,83 m in Chemnitz stand die viermalige Weitsprung-Europameisterin Heike Drechsler (Ludwigshafen) als Sechste mit 6,60 m wie Damaske auf verlorenem Posten, meinte aber anschließend: "Ich habe vor der DM noch einmal bewusst die internationale Konkurrenz gesucht. Ich will in Sydney ja nicht nur um Blech springen."

Stabhochspringer Tim Lobinger (Köln) enttäuschte beim Sieg des Franzosen Jean Galfione (5,80) mit 5,40 m ebenso wie wie Kugelstoß-Vizeweltmeister Oliver-Sven Buder (Wattenscheid/19,90) als Siebter. Hier siegte wie schon bei den US-Trial Adam Nelson mit 21,43 m vor Weltmeister C.J. Hunter (21,26). Mit 2,28 m belegte Hochspringer Wolfgang Kreissig mit 2,28 hinter dem Jahres-Weltbesten, dem Russen Wjatscheslaw Woronin (2,31), Platz zwei.

Ergebnisse:

100 m (0,2 m Rückenwind): 1. Ato Boldon (Trinidad) 10,00 Sekunden, 2. Brian Lewis 10,12, 3. Tim Montgomery 10,14, 4. Coby Miller (alle USA) 10,23.

800 m: 1. Noah Ngeny 1:44,49 Minuten, 2. Japheth Kimutai (beide Kenia) 1:44,70, 3. Vebjörn Rodal (Norwegen) 1:44,84, 4. Patrick Konchellah (Kenia) 1:44,87, 5. Hezekiel Sepeng (Südafrika) 1:44,96

Meile: 1. Hicham El Guerrouj (Marokko) 3:46,24 Minuten (Jahres-Weltbestzeit), 2. William Chirchir 3:47,94, 3. John Kibowen (beide Kenia) 3:49,87, 4. Kevin Sullivan (Kanada) 3:50,26, 5. Laban Rotich (Kenia) 3:50,31, 6. John Maycock (Großbritannien) 3:50,61, 7. Mark Carroll (Irland) 3:50,62

5.000 m: 1. Sammy Kipketer 12:55,03 Minuten, 2. Mark Bett 12:55,63, 3. Benjamin Limo (alle Kenia) 12:55,82, 4. Brahim Lahlafi (Marokko) 12:56,18, 5. Luke Kipkosgei (Kenia) 12:56,50, 6. Mohammed Mourhit (Belgien) 12:56,60, 7. Ismail Sghyr (Frankreich) 12:58,83, 8. Albert Chepkurui (Kenia) 12:59,90, 9. Salah Hissou (Marokko) 13:00,06, 10. Paul Bitok 13:04,15, 11. Patrick Ivuti 13:04,98, 12. Paul Kosgei (alle Kenia) 13:05,44

400 m Hürden: 1. Eric Thomas (USA) 48,66 Sekunden, 2. Samuel Matete (Sambia) 48,90, 3. Pavel Januszewski (Polen) 49,24, 4. Hadi Sou'a Al-Somaily (Saudi-Arabien) 49,68 Hochsprung: 1. Wjatscheslaw Woronin (Russland) 2,31 m, 2. Wolfgang Kreissig (Mannheim) 2,28, 3. Staffan Strand (Schweden) 2,28, 4. Sergej Kliugin (Russland) 2,28

Stabhochsprung: 1. Jean Galfione (Frankreich) 5,80 m, 2. Aleksander Averbuch (Israel) 5,70, 3. Nick Hysong (USA) 5,70, 4. Okkert Brits (Südafrika) 5,60, 5. Dmitry Markov (Australien) und Maksim Tarasow (Russland) beide 5,60, 7. Jeff Hartwig (USA) 5,60, 8. Tim Lobinger (Köln) 5,40

Kugelstoßen: 1. Adam Nelson 21,43 m, 2. C.J. Hunter 21,26, 3. Juri Belonog (Ukraine) 21,05, 4. Andy Bloom (USA) 20,18, 5. Mika Halvari (Finnland) 20,11, 6. Miroslav Menc (Tschechien) 20,08, 7. Oliver-Sven Buder (Wattenscheid) 19,90, 8. John Godina (USA) 19,65

Speerwerfen: 1. Jan Zelezny (Tschechien) 90,56 m, 2. Sergej Makarow (Russland) 88,53, 3. Harri Hakkarainen (Finnland) 84,71, 4. Patrik Boden (Schweden) 83,69

Frauen:

100 m (0,3 m Rückenwind): 1. Schanna Pintusewitsch (Ukraine) 10,93 Sekunden, 2. Christine Arron (Frankreich) 11,12, 3. Chryste Gaines (USA) 11,27

400 m: 1. Cathy Freeman (Australien) 50,75 Sekunden, 2. Suziann Reid (USA) 51,62

1.500 m: 1. Suzy Hamilton (USA) 3:57,40 Minuten (Jahres-Weltbestzeit), 2. Lidia Chojecka (Polen) 3:59,22, 3. Violeta Beclea-Szekely (Rumänien) 3:59,34, 4. Kutre Dulecha (Äthiopien) 4:00,60, 5. Swetlana Masterkowa (Russland) 4:01,15, 6. Carla Sacramento (Portugal) 4:01,18, 7. Hayley Parry-Tullett (Großbritannien) 4:01,23, 8. Natalia Gorelowa (Russland) 4:01,50

100 m Hürden (Windstille): 1. Gail Devers (USA) 12,56 Sekunden, 2. Glory Aloize (Nigeria) 12,69, 3. Michelle Freeman (Jamaika) 12,84

Weitsprung: 1. Tatjana Kotowa (Russland) 7,00 m, 2. Fiona May (Italien) 6,95, 3. Erica Johansson (Schweden) 6,81, 4. Niurka Montalvo (Spanien) 6,63, 5. Dawn Burrell (USA) 6,63, 6. Heike Drechsler (Ludwigshafen) 6,60

Speerwerfen: 1. Trine Solberg-Hattestad (Norwegen) 69,48 m (Weltrekord), 2. Tanja Damaske (Berlin) 65,74, 3. Osleidys Menendez (Kuba) 65,05, 4. Jekaterina Iwakina 64,89, 5. Tatjana Schikolenko (beide Russland) 62,89

Quelle: RPO Archiv

 
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