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Berlin
Hertha BSC will das Heimfinale im Pokal

Berlin. Zuletzt standen die Berliner 1979 im Endspiel. Heute trifft der Bundesliga-Dritte auf Nürnberg.

Mit dem Dardai-Hoch zum Traum-Finale im eigenen Stadion: Die Fußball-Profis von Hertha BSC wollen ihre Pokal-Misere endlich beenden und erstmals seit 1979 wieder ins Finale einziehen. Der Aufschwung in der Liga macht die Hauptstädter selbstbewusst, das soll heute der 1. FC Nürnberg (19 Uhr) im Achtelfinale zu spüren bekommen.

"Ich will in dieses Pokalfinale. Das ist mein Traum", sagte Trainer Pal Dardai vor dem Anpfiff in Nürnberg. Herthas Rekordspieler hat als Profi das frühe Aus oft genug am eigenen Leibe erfahren. Erst- und Zweitrunden-Pleiten waren die Regel, das Viertelfinale das Höchste der Gefühle, seitdem das Finale 1985 zur festen Einrichtung im Berliner Olympiastadion wurde. Nur die Amateure schafften 1993 den Sprung ins Endspiel.

"Wir wollen im Pokal überwintern", sagte auch Manager Michael Preetz. Laut Medienberichten soll der Klub bei den Prämien ordentlich draufgelegt haben. Preetz wollte das nicht bestätigen. "Wir würden gerne Prämien für etwas Besonderes im Pokal ausschütten. Aber davor steht, dass man etwas Besonderes erreicht", sagte der Rekord-Torschütze des Klubs.

Für die nötigen Treffer sollen auch in Nürnberg Vedad Ibisevic und Salomon Kalou sorgen. Das erfolgreiche Angriffsduo hat in der laufenden Bundesliga-Saison bereits 14 Tore erzielt, dazu traf Kalou dreimal im Pokal. Beide sind unterschiedliche Angreifer-Typen, ergänzen sich aber bestens. "Vedad wurde in Stuttgart weggeschickt, Salomon hatte bei uns kein leichtes Jahr. Dass beide so auftrumpfen, zeigt ihren Charakter", sagte Abwehrspieler Sebastian Langkamp dem "Kicker".

Ausgerechnet gegen Nürnberg nicht dabei ist der Ex-Cluberer Marvin Plattenhardt. Der Standard-Spezialist hatte am Samstag beim 4:0 in Darmstadt per Freistoß seinen ersten Treffer für die Berliner erzielt, fehlt aber wegen einer Gelb-Rot-Sperre aus dem Zweitrunden-Spiel gegen den FSV Frankfurt (2:1 n.V.). "Das ist schade für mich, aber die Mannschaft bekommt das auch ohne mich hin", sagte der Linksverteidiger.

Dardai sieht sein Team nicht als Favorit und schätzt den Gegner. "Das wird eine schwierige Aufgabe. Nürnberg ist ein gefestigtes, diszipliniertes Team", sagte der Ungar, sagte aber auch mit Blick auf die bevorstehenden Feiertage: "Eigentlich können wir uns ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk machen, wenn wir 90 oder 120 Minuten hart arbeiten."

Das wollen auch die Gastgeber, die zuletzt in neun Pflichtspielen unbesiegt blieben. "Hertha spielt so stark wie lange nicht", warnte jedoch Nürnbergs Trainer Rene Weiler in der "Berliner Morgenpost". "Wir haben die Chance, wenn wir einen guten Tag erwischen. Wir müssen jeden Zweikampf, jeden Pass mit voller Intensität und Konzentration angehen."

In der Liga sprangen die Franken nach vier Siegen in Folge auf Tabellenplatz drei, schlugen auch St. Pauli und den SC Freiburg. Die garantierte Prämie von 1,041 Millionen Euro im Falle des Weiterkommens könnte der mit rund drei Millionen Euro verschuldete Ex-Bundesligist gut gebrauchen. Dann müssten begehrte Spieler wie Alessandro Schöpf oder Guido Burgstaller nicht schon zur Winterpause abgegeben werden. Weiler hätte nichts dagegen: "Wir hatten erst im Sommer einen größeren Umbruch, als ich mir das gewünscht hätte. Aber ich entscheide nicht - das ist unser Management."

(sid)
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