6:0, 6:3-Sieg gegen Kim Clijsters: Hingis triumphiert in Filderstadt
zuletzt aktualisiert: 08.10.2000 - 19:57Filderstadt (dpa). Als "flotter Feger von Filderstadt" hat Martina Hingis mit ihrem vierten Sieg beim Tennis-Grand-Prix vor den Toren Stuttgarts beeindruckt. Die Weltranglisten-Erste aus der Schweiz kehrte auch am Sonntag mit eisernem Besen und besiegte in nur 52 Minuten die Belgierin Kim Clijsters, die als erste Wild-Card- Inhaberin in der 24-jährigen Turniergeschichte ins Finale gekommen war, vor 2 500 Zuschauern mit 6:0, 6:3. Mit dem insgesamt 33. Einzeltriumph ihrer Karriere schickte die glänzend aufgelegte Martina Hingis auch eine Warnung an ihre größte Herausforderin, die Doppel- Olympiasiegerin Venus Williams (USA).
Bereits im Halbfinale hatte die 20-jährige Titelverteidigerin einen Blitzsieg gelandet und die dreimalige French Open-Gewinnerin Arantxa Sanchez-Vicario in 36 Minuten mit 6:1, 6:0 vom Platz gefegt. Kim Clijsters (17) bezwang im Duell der jüngsten gegen die älteste Spielerin der mit 535 000 Dollar dotierten Veranstaltung überraschend die 32 Jahre alte Weltranglisten-Siebte Nathalie Tauziat (Frankreich) 3:6, 6:4 und 6:1.
Martina Hingis flog noch am Sonntagabend per Hubschrauber nach Zürich, wo das nächste Turnier beginnt. Vorher durfte sie in einen 120 000 Mark teuren Porsche Boxster S steigen, der einen Großteil ihres Preisgeldes in Höhe von 87 000 Dollar ausmachte. Kim Clijsters konnte sich mit 43 500 Dolar trösten. Martina Hingis zog mit vier Turniersiegen in Filderstadt übrigens mit Tracy Austin gleich. Mit insgesamt sechs Erfolgen liegt aber immer noch die große Martina Navratilova (ebenfalls USA) vorn.
Vor vier Jahren hatte Martina Hingis hier ihr erstes Turnier gewonnen, jetzt ist sie nach eigener Aussage "gerade dabei, erwachsen zu werden". Die Pause seit den US Open hat die "Olympia-Verweigerin" mit Wohnsitz in Saddlebrook/Florida nicht nur genutzt, um Netzangriffe, Aufschlag und Kondition weiter zu verbessern. "Ich habe noch Reserven", warnte Martina Hingis ihre Gegnerinnen und betonte: "Für mich ist Schnelligkeit das Wichtigste, denn ich werde nie auf die Bälle hauen können wie die Williams-Schwestern."
Kim Clijsters, Tochter des ehemaligen Fußball-Nationalspielers Leo Clijsters, ist trotz der Endspiel-Niederlage dieses Jahr in Filderstadt der Durchbruch gelungen. Die Weltranglisten-47. bezwang nicht nur die Tennis-Schönheiten Anna Kournikowa (Russland) und Jana Kandarr (Heidelberg), sondern auch die an Nummer zwei und drei gesetzten Conchita Martinez (Spanien) und Nathalie Tauziat.
Zusammen mit ihrem Turniersieg 1999 in Luxemburg ist der zweite Platz vor den Toren Stuttgarts Kim Clijsters größter Erfolg. Sie verkörpert auch die neue Generation der schlagkräftigen und athletischen Spielerinnen. "Ich bin 1,74 m groß und wiege 70 Kilo. Ich weiß, dass ich nie einen Körper wie Anna Kournikowa haben werde", sagte die Belgierin. "Aber mein Körper hilft mir, das Tennis zu spielen, das ich spielen will."
>>> Ergebnisse
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











