Tennisturnier in Filderstadt: Hingis und Clijsters im Finale
zuletzt aktualisiert: 07.10.2000 - 20:57Filderstadt (dpa). Martina Hingis hat beim Tennis-Grand-Prix in Filderstadt den Turbo eingeschaltet und ist mit einem Blitzsieg gegen Arantxa Sanchez-Vicario zum vierten Mal ins Endspiel eingezogen.
Die Weltranglisten-Erste aus der Schweiz erteilte der Spanierin am Samstag eine Lehrstunde und bezwang sie in nur 36 Minuten 6:1, 6:0. Im Finale am Sonntag (14.00 Uhr/live im DSF) trifft sie nun auf das belgische Toptalent Kim Clijsters, dass überraschend die Französin Nathalie Tauziat mit 3:6, 6:4 und 6:1 besiegte. «Das hat richtig Spaß gemacht. Ich habe heute verschiedene Dinge ausprobieren können», meinte Martina Hingis. Als Turniersiegerin winken ihr ein Porsche Boxster S oder 87 000 Dollar Preisgeld.
Die 28 Jahre alte Arantxa Sanchez-Vicario stand gegen ihre acht Jahre jüngere Kontrahentin von Anfang an auf verlorenem Posten. Nur selten erreichte die dreimalige French Open-Siegerin die präzisen Bälle von Martina Hingis, der gleich fünf Breaks in Folge gelangen. Nach zwei Mal 18 Minuten war alles vorbei, und die an Nummer eins gesetzte Spielerin hatte ihre Bilanz gegen Arantxa Sanchez-Vicario auf 15:1 Siege ausgebaut.
Martina Hingis war bereits vor dem Match siegessicher gewesen. «Arantxa gibt einem sehr viel Zeit, etwas aus seinem Spiel zu machen», äußerte sich die Vorjahresgewinnerin über ihre Gegnerin. Die Frage, ob Arantxa Sanchez-Vicario Tennis von gestern spiele, bejahte Martina Hingis zwar nicht, sagte aber: «Das Tennis von heute ist schon sehr aggressiv.» Immerhin sei die Spanierin «sehr clever, auch wenn man ihr das vielleicht nicht immer ansieht». Die Verliererin konnte an der Überlegenheit der besten Spielerin der Welt nicht rütteln. «Ich glaube, ich habe heute so gut gespielt wie das ganze Turnier über. Aber an manchen Tagen funktioniert es einfach nicht», sagte Arantxa Sanchez-Vicario.
Auch beim genau 100 Minuten dauernden Duell zwischen der jüngsten und ältesten Spielerin des mit 535 000 Dollar dotierten Turniers setzte sich die Jugend durch: Kim Clijsters (17), Tochter des 40- maligen belgischen Fußball-Nationalspielers Leo Clijsters, kämpfte nach einem schwachen Start Nathalie Tauziat (32) nieder. Darüber freute sich vor allem Lleyton Hewitt: Der australische Tennisprofi hatte extra das Turnier in Wien abgesagt, um seiner Freundin die Daumen zu drücken.
Mit einer Wild Card und als Weltranglisten-47. war Kim Clijsters ins Hauptfeld gekommen, der Sprung ins Endspiel ist ihr größter Erfolg nach ihrem Turniersieg 1999 in Luxemburg. Sie verkörpert die neue Generation der schlagkräftigen und athletischen Spielerinnen. «Ich bin 1,74 m groß und wiege 70 Kilo. Ich weiß, dass ich nie einen Körper wie Anna Kournikowa haben werde», sagte die Belgierin. «Aber mein Körper hilft mir, das Tennis zu spielen, das ich spielen will.»
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