Sieg im "kleinen Finale" gegen England: Hockey-EM: Deutsche Damen holen Bronze
zuletzt aktualisiert: 13.09.2003 - 12:53Barcelona (rpo). Die deutschen Damen haben im "kleinen Finale" der Hockey-EM in Barcelona durch einen Sieg gegen die Engländerinnen die Bronzemedaille erkämpft. Damit schaffte das Team von Bundestrainer Markus Weise einen versöhnlichen Abschluss des Turniers.
Dank Fanny Rinne haben die deutschen Damen bei der Feldhockey-Europameisterschaft einen versöhnlichen Abschluss gefeiert. Mit ihren Turnier-Treffern vier bis sechs sicherte die erfolgreichste deutsche EM-Torschützin ihrer Mannschaft am Samstag beim 3:1 (2:0) im "kleinen Finale" gegen England den dritten Platz. Sehr wahrscheinlich hat der Dreierpack aber noch weit reichendere Auswirkungen: Denn der wichtige erste Erfolg bei diesem Turnier über einen internationalen Top-Gegner dürfte ihrem Lebensgefährten Markus Weise den Job sichern. Über die Zukunft des Interims-Coaches will der Deutsche Hockey-Bund (DHB) nach dieser EM entscheiden.
"Das war ein positiver Abschluss. Die Mannschaft hat eine starke Reaktion gezeigt", sagte zufrieden Markus Weise, der den Posten erst sechs Wochen vor EM-Beginn von dem überraschend zurückgetretenen Peter Lemmen übernommen hat. Der Mannheimer wäre bereit, die verjüngte Damen-Mannschaft als verantwortlicher Coach in die schwere Olympia-Ausscheidung zu führen, wo in Auckland/Neuseeland im März 2004 fünf von zehn Mannschaften das Ticket für Athen 2004 lösen. Die direkte Qualifikation schafften die Niederlande: Der alte und neue EM-Champion gewann das Finale gegen Spanien souverän mit 5:0 (3:0).
Vor dem wichtigen Abschluss-Erfolg hatte Weise seine Mannschaft auf einigen Positionen umgestellt und damit die Basis für den nicht unbedingt erwarteten Sieg gelegt. Vor allem aber stimmte diesmal die Einstellung hundertprozentig. Und anders als im Halbfinale gegen die Niederlande (1:5) gelang ein guter Start. Gleich der erste Angriff führte zur ersten Strafecke, die Fanny Rinne (2.) zum 1:0 nutzte. Das gab den sehr engagiert wirkenden deutschen Spielerinnen Sicherheit.
Sie störten die Britinnen, die das Vorrunden-Duell noch klar 5:1 zu ihren Gunsten entschieden hatten, früh und verhinderten so, dass ihr gefürchtetes Pressing zum Tragen kam. Im Gegenteil: Unmittelbar vor der Pause brachte die dritte Strafecke durch Fanny Rinne das 2:0. Nach dem Wechsel erhöhten die Engländerinnen zwar den Druck, doch Jane Smiths Anschluss-Tor (40.) beantwortete Rinne (42.) postwendend mit ihrem dritten Strafecken-Treffer. Den Sieg sicherte zudem die starke Torfrau Julia Zwehl, die bei ihrem zweiten EM-Einsatz glänzte.
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