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Augsburg
Hoeneß Ende Februar auf Bewährung frei

Augsburg. Der ehemalige FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird vorzeitig aus der Haft entlassen. Die restliche Strafe werde zum 29. Februar 2016 zur Bewährung ausgesetzt, entschied die zuständige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Augsburg. Bei der Entscheidung seien unter anderem die Persönlichkeit von Hoeneß, sein Vorleben, die Umstände der Tat und das Verhalten des 64-Jährigen in der Haftzeit gewürdigt worden, sagte Gerichtssprecher Claus Pätzel.

Die Kammer habe betont, "dass der Verurteilte trotz seiner Position stets bereit gewesen sei, sich in die Gefangenengemeinschaft zu integrieren". Bei seinen zahlreichen Ausgängen sei es zu keinen Beanstandungen gekommen. Es könne nun verantwortet werden zu erproben, ob sich der Verurteilte künftig straffrei führen wird.

Hoeneß war in München wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden und hatte seine Strafe am 2. Juni 2014 angetreten. Den Schaden habe der ehemalige Chef des deutschen Fußball-Rekordmeisters durch Zahlungen in Höhe von mindestens 43 Millionen Euro wieder gutgemacht, sagte Pätzel. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgelegt. Allerdings könnte die Staatsanwaltschaft gegen die vorzeitige Freilassung binnen einer Woche Beschwerde einlegen. "Wir prüfen das zur Zeit", sagte Florian Gliwitzky von der Staatsanwalt München II.

Uli Hoeneß, der Ende Februar die Hälfte seiner Strafe von 42 Monaten verbüßt haben wird, ist seit einem Jahr Freigänger und arbeitet tagsüber in der Jugendabteilung des Bundesliga-Tabellenführers. Die Wochenenden kann er meist in seinem Haus am Tegernsee verbringen. Dorthin hatte er an Weihnachten 30 Flüchtlinge eingeladen.

Im vergangenen Herbst hatte der Anwalt von Hoeneß mitgeteilt, dass ein sogenannter Halbstrafantrag gestellt worden sei. Üblicherweise werden Haftstrafen erst nach zwei Drittel der Zeit zur Bewährung ausgesetzt. Der Paragraf 57 des Strafgesetzbuches ermöglicht aber in Ausnahmefällen auch die Aussetzung der Strafe nach der Hälfte.

Vor Antritt seiner Haftstrafe hatte Uli Hoeneß bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des FC Bayern erklärt: "Das war's noch nicht!" Möglicherweise kehrt er sogar als Präsident zurück. Karl Hopfner hat das Amt des Präsidenten und des Aufsichtsratsvorsitzenden vom ehemaligen Fußball-Nationalspieler /Welt- und Europameister) übernommen und zuletzt bereits betont, dass er Uli Hoeneß nicht im Weg stehen werde. "Es geht bei diesem Thema nicht um mich. Ich stelle mich da zurück", sagte Hopfner dem "Münchner Merkur".

(dpa/sid)
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