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München
Hoeneß entschuldigt sich für verbale Attacke

München. Im Hochgefühl seiner neuerlichen Krönung zum Fußball-König von Bayern überzog Uli Hoeneß in seiner einstigen Paraderolle als Abteilung Attacke. "In der Euphorie" des Abends mit einem überwältigenden Wahlergebnis und den Huldigungen des Fanvolkes bezeichnete der 64 Jahre alte Präsident den forschen Emporkömmling RB Leipzig als "zweiten Feind" neben Borussia Dortmund, "den wir jetzt endlich wieder attackieren können". Die Halle kochte am Freitag. Mit wieder klarem Kopf erkannte auch Hoeneß am Tag danach, dass er zu weit gegangen war. Er zeigte sich einsichtig und entschuldigte sich in TV-Interviews bei Sky und ZDF für seine Wortwahl: "Im Fußball gibt es keine Feinde, sondern nur Gegner oder Rivalen."

Uli Hoeneß ist wieder da - und wie. Der neue Uli Hoeneß agiert und wirkt weitgehend wie der alte. Wortgewaltig, angriffslustig und tatendurstig. Hoeneß hat seinen geliebten Präsidentenposten beim FC Bayern zurück - und die Bundesliga ihren streitbaren Lautsprecher."Er hat immer viel Herzblut gezeigt und ist eine Bereicherung für die Bundesliga", sagte Bundestrainer Joachim Löw. Von einer Bereicherung für den Fußball sprach auch Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl. Er habe die Entschuldigung erwartet, sagte Hasenhüttl am Samstag im ZDF-Sportstudio. Er gab Hoeneß aber auch einen Rat: Gerade die Fußball-Macher müssten "mit ihrer Artikulation vorsichtig sein".

Hoeneß' Fähigkeit, Klartext zu reden und Stimmung zu machen, hat während seiner schwierigen Zeit im Gefängnis lediglich geruht. Ihn reizt die Jagd auf den Tabellenführer aus Leipzig. "Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Spaß kommt auf. Es ist ganz wichtig, dass wir wieder richtige Gegner haben, denn das wirkt nicht leistungsmindernd für einen Profi bei Bayern, sondern eher leistungsfördernd."

Spannung verspricht die Zusammenarbeit mit Karl-Heinz Rummenigge, der als Vorstandsvorsitzender den Verein zuletzt an vorderster Front prägte. Rummenigge forciert die Einbindung des noch spielenden Kapitäns Philipp Lahm als Sportdirektor. Hoeneß bremst noch beim Zeitpunkt. Der deutsche Rekordmeister hat sich in Hoeneß' Abwesenheit verändert. Gefragt, ob er manche Entscheidung aus dieser Zeit wohl anders getroffen hätte, antwortete Hoeneß: "Das ist eine zu grundsätzliche Frage, die einen unglaublichen Sprengstoff birgt."

(dpa)
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