Handball-Bundesliga: HSG Nordhorn ärgert Magdeburg
zuletzt aktualisiert: 09.05.2002 - 01:44Leipzig (rpo). Nur einen Tag nach der Lizenzverweigerung für die kommende Saison hat die HSG Nordhorn dem deutschen Meister SC Magdeburg die erste Heimniederlage beigebracht und die Tabellenführung verteidigt.
Der Spitzenreiter der Handball-Bundesliga überraschte am Mittwochabend den Champions-League-Sieger mit einem 27:25 (16:10)-Erfolg. Auch Verfolger THW Kiel gab sich beim 34:20 (15:8) gegen die SG VfL Bad Schwartau keine Blöße. Dagegen verlor der TBV Lemgo bei der HSG D/M Wetzlar mit 27:29 (15:15) und hat nun drei Punkte Rückstand auf Nordhorn.
Sportlich ist der SV Post Schwerin aus der Bundesliga abgestiegen. Trotz des 29:29 (14:14) gegen GWD Minden können die Mecklenburger nicht mehr aus eigener Kraft den Relegationsplatz 16 erreichen, da die SG Solingen mit 28:23 (13:10) gewann und mit 20:42 Punkten drei Spieltage vor Saisonschluss von den Schwerinern (12:50) nicht mehr eingeholt werden kann. Nur wenn der Lizenzentzug für Nordhorn endgültig ist und damit absteigt, rückt Schwerin auf den Relegationsplatz um den Klassenerhalt vor.
Für eine erneute Überraschung sorgte der ThSV Eisenach mit einem 26:26 (14:14) gegen die SG Flensburg-Handewitt. Ebenfalls ein Remis erreichte die SG Willstätt-Schutterwald mit dem 28:28 (16:13) gegen TuSEM Essen. Im Duell der Altmeister setzte sich der VfL Gummersbach mit 24:20 (11:11) gegen den TV Großwallstadt durch. Frisch Auf Göppingen besiegte Absteiger SG VfL/BHW Hameln mit 32:21 (16:11).
Ungeachtet der nicht erteilten Spielgenehmigung für die nächste Spielzeit hat die HSG Nordhorn ihren Status aus auswärtsstärkste Mannschaft der Bundesliga eindrucksvoll unterstrichen. Schon Mitte der ersten Halbzeit führten die Niedersachsen in der Magdeburger Bördelandhalle mit 7:2 (14.). Zwar steigerten sich die Gastgeber, bei denen überraschend Kreisspieler Gueric Kervadec mitspielte, anschließend. Bis zur Pause aber konnten sie den Rückstand nur unwesentlich auf 10:16 verkürzen, weil ihnen im Angriff zu wenig einfiel und die Nordhorner konsequent ihre Konterchancen nutzten.
Im zweiten Durchgang bäumte sich Magdeburg auf, verwandelte einen 17:23-Rückstand (48.) in eine 24:23-Führung (55.). Doch nach zehn Minuten Hurra-Handball waren die Gastgeber am Ende ihrer Kräfte, so dass die Nordhorner das Ergebnis noch einmal zu ihren Gunsten wendeten. "Das war eine unglaubliche Leistung von uns. Ich bin sehr glücklich", freute sich Abwehrspieler Ola Lindgren, "wir haben gesagt, das finanzielle interessiert uns nicht. Das ist die deutsche Meisterschaft, darauf konzentrieren wir uns. Wir sind Vollprofis und wollen die Meisterschaft gewinnen."
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