Nach letztem Auftritt in Filderstadt: Huber hat wenig Lust auf große Worte
zuletzt aktualisiert: 13.10.2001 - 12:46Filderstadt (rpo). Dass Anke Huber ihren Tennis-Schläger bald an den berühmten Nagel hängt, ist hinlänglich bekannt. Die 26-Jährige sieht deshalb keinen Grund, das Thema immer wieder aufzuwärmen.
"Seit vier Monaten muss ich immer wieder erklären, warum ich aufhöre. Es nervt langsam", maulte Huber, und fügte nach ihrem Viertelfinal-Aus gegen Justine Henin aus Belgien hinzu: "Ich kann allen nur empfehlen, keinen Abschied anzukündigen, sondern ihn sofort zu vollziehen."
Zuvor hatte sie einmal mehr die für sie typische Gratwanderung zwischen Weltklasse und Bezirksliga vollzogen. Beim 7:6 (7:4), 2:6 und 5:7 gegen die sieben Jahre jüngere Wimbledon-Finalistin spielte die Karlsdorferin phasenweise grandiose Bälle, vergab aber Minuten später selbst "zweihundertprozentige" Chancen. "Ich hatte die Möglichkeit, sie zu schlagen", sinnierte die Deutsche nach dem Ende einer weiteren Etappe auf ihrer Abschiedstournee über die Tennis-Courts.
Masters-Teilnahme wahrscheinlich
Ihren letzten Auftritt als Profi wird die zurzeit beste deutsche Spielerin voraussichtlich beim Masters-Finale in München haben (29. Oktober bis 4. November). Mit der Viertelfinalteilnahme in Filderstadt kletterte sie in der Weltrangliste um fünf Plätze auf Rang 15. Eine Position, die zur München-Teilnahme berechtigt. Allerdings muss sie diesen Platz nächste Woche in Zürich und danach in Luxemburg noch verteidigen.
Vielleicht wird Huber noch an den Australian Open im Januar teilnehmen, doch das will sie frühestens im Dezember entscheiden. "Melbourne ist im Moment aber nicht richtig aktuell", sagte sie eher abwiegelnd. So wird ihre Laufbahn wohl in rund drei Wochen Geschichte sein. Bis auf Rang vier der Weltrangliste (1996) brachte sie es, verdiente dabei fast 4,7 Millionen Mark.
"Danke, Anke"
Mit: "Danke, Anke" wurde sie von den 3.000 Zuschauern in Filderstadt verabschiedet. DTB-Trainer Markus Schurr würde sie nur zu gerne überreden, noch zwei bis drei Jahre zu spielen. Denn derzeit ist im deutschen Tennis keine Nachfolgerin für sie in Sicht. Doch sie hat jetzt genug: "Ich will noch etwas haben vom Leben, eine Familie gründen", meinte die Wahl-Salzburgerin.
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