Burgsmüller verpasst mögliche Überraschung: Huber stoppt deutsche Pleitenserie
zuletzt aktualisiert: 28.08.2001 - 21:05New York (rpo). Anke Huber hat die deutsche Pleitenserie am zweiten Tag der US Open gestoppt. Bei ihrem letzten Auftritt in New York zeigte die 26 Jahre alte Karlsdorferin ihren jüngeren Kolleginnen noch einmal, wie man gewinnt und setzte sich in ihrem Auftaktspiel 6:2, 6:4 gegen Maria Emilia Salerni durch.
Ansonsten gab es am Dienstag drei weitere deutsche Niederlagen. Lars Burgsmüller, Nina Dübbers und Greta Arn durften ihre Heimflüge buchen. Damit war von den 16 gestarteten Deutschen bereits die Hälfte in ihren Auftaktspielen ausgeschieden. Neben Anke Huber stehen bisher nur die routinierte Leverkusenerin Barbara Rittner und Rainer Schüttler aus Bad Homburg in der zweiten Runde.
Anke Huber tat sich im zweiten Duell gegen den Teenager aus Südamerika wesentlich leichter als im Juli beim Fed-Cup in Hamburg, wo sie drei Sätze zum Erfolg benötigt hatte. Nach dem Sieg in nur 57 Minuten ist nun ein deutsches Duell gegen Marlene Weingärtner möglich. Die Heidelbergerin traf auf Sarah Taylor aus den USA.
Bei seiner dritten Teilnahme in Flushing Meadows unterlag Burgsmüller dem Schweizer Nachwuchsstar Roger Federer 4:6, 4:6, 4:6 und verpasste eine mögliche Überraschung. Der Essener, der bei den Australian und French Open jeweils die dritte Runde erreicht hatte, nutzte gegen die Nummer 13 der Setzliste seine Chancen nicht. Allein im zweiten Satz besaß Burgsmüller neun Möglichkeiten, dem 20 Jahre alten Viertelfinalisten der French Open und von Wimbledon den Aufschlag abzunehmen.
"Ich bin schon ein bisschen enttäuscht", sagte Burgsmüller, "ich hatte bei seinen Aufschlagsspielen mehr Chancen als er bei meinen. Manchmal war ich etwas überhastet, aber er hat in den entscheidenden Situationen auch oft gut aufgeschlagen. Deswegen steht er unter den Top 20. Ich hatte schon gedacht, dass ich ihn schlagen kann."
Federer gelangen im zweiten und dritten Satz jeweils Breaks zum 5:4 und beendete nach 2:03 Stunden das Match auf Platz 11. Dort hatte am Vortag Nicolas Kiefer aufgegeben. Der Holzmindener flog am Dienstag zurück nach Deutschland, wo er sich nach seinem Schwächeanfall während der Partie gegen Rainer Schüttler zu Hause noch einmal genau untersuchen lassen will.
Als erste Deutsche waren am Dienstag Nina Dübbers und Greta Arn ausgeschieden. Die in der Qualifikation gescheiterte Düsseldorferin, als "Lucky Loser" doch noch ins Hauptfeld gekommen, machte beim 1:6, 0:6 gegen Wynne Prakusya aus Indonesien den Anfang. Achtbarer zog sich die 21 Jahre alte Qualifikantin Nina Dübbers bei ihrer Grand- Slam-Premiere aus der Affäre. Die Weltranglisten-221. aus Leimen hielt beim 3:6, 3:6 gegen die 203 Ränge besser platzierte Französin Sandrine Testud zumindest einigermaßen mit.
In der ersten "Evening Session" am Montag hatte Anca Barna aus Nürnberg sogar einen Satz gegen Serena Williams aus den USA gewonnen, scheiterte letztlich aber mit 6:4, 1:6, 2:6 an der Siegerin von 1999. Auch die 18 Jahre jungen Nachwuchshoffnungen Bianka Lamade und Martina Müller verabschiedeten sich aus dem Turnier.
Der Weltranglistenzweite Andre Agassi machte vor 20 000 Fans beim 6:4, 6:1, 6:0 kurzen Prozess mit seinem US-Landsmann Mike Bryan. Der werdende Vater gab zuvor in einem Interview des US-Fernsehsenders ESPN eine Liebeserklärung an Steffi Graf ab. "Man bräuchte wohl ein ganzes Leben, um zu beschreiben, was sie mir bedeutet. Sie ist so unglaublich. Was sie alles erreicht hat, und vor allem wie sie es erreicht hat, das ist phänomenal. Das inspiriert mich", schwärmte der 31-Jährige. Sollte der Sohn des Paares nicht Tennis spielen, würde dies vieles einfacher machen, sagte Agassi: "Da würden so viele Erwartungen und so viel Druck auf einem kleinen Jungen lasten, der nicht danach gefragt hat."
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