Sampras trotz Verletzung weiter: Huber und Vinck in der dritten Runde
zuletzt aktualisiert: 28.06.2000 - 22:26Wimbledon (sid). Großen Grund zum Feiern hatte Anke Huber bei ihrem Jubiläumssieg als Tennisprofi nicht. Dafür war der 5:7, 6:3, 6:3-Erfolg über die Britin Louise Latimer nicht glanzvoll genug. Aber immerhin - mit dem 400. Karriere-Erfolg ist die Karsdorferin in die dritte Runde des Turniers in Wimbledon eingezogen.
Diesen Erfolg machte ihr drei Stunden später Christian Vinck nach. Der 24 Jahre alte Qualifikant aus München setzte sich gegen den Israeli Harel Levy mit 6:4, 7:6 (7:2), 7:5 durch und stieß damit erstmals in seiner Karriere in die dritte Runde eines Grand Slam-Turniers vor. Am Donnerstag können ihm Tommy Haas, Rainer Schüttler, Alexander Popp und David Prinosil noch folgen. Dagegen scheiterte die Münchnerin Jana Kandarr mit 2:6, 1:6 gegen die US-Amerikanerin Lisa Raymond bereits als dritte von fünf gestarteten deutschen Damen.
Die topgesetzten Martina Hingis und Pete Sampras absolvierten ihr Pflichtprogramm auf höchst unterschiedliche Weise. Die Schweizerin musste gegen die Chinesin Jing-Qian Yi lediglich ihre Fehlerquote reduzieren, um sicher mit 6:4, 6:1 zu gewinnen. Der sechsmalige Champion Sampras tat sich bei seinem zwölften Start seit 1989 im 60. Wimbledoneinzel (Rekord zuvor 52:7) gegen den Slowaken Karol Kucera dagegen sehr schwer.
Der Amerikaner gewann der ersten Satz im Tiebreak erst mit 11:9, verlor den zweiten mit 6:3 und rettete den dritten nach einer Behandlung wegen Fußverletzung nach 5:0 stark humnpelnd gerade noch mit 6:3. Im vierten Durchgang schaffte Sampras das Break zum 4:3 und rettete den knappen Vorsprung kurz vor Einbruch der Dinkelheit zum 6:4 und zum Einzug in die dritte Runde.
Ansonsten ging das Ausscheiden der Gesetzten mit nunmehr jeweils sieben bei den Damen und Herren auch am dritten Spieltag munter weiter. Der an Nummer drei gesetzte Schwede Magnus Norman, Rom-Sieger und Finalist der French Open, unterlag dem Belgier Olivier Rochus ebenso in fünf Sätzen, wie der Franzose Pioline, Endspielteilnehmer von 1997 und diesmal die Nummer sechs dem weißrussischen Qualifikanten Wladimir Woltschkow.
Der Niederländer Richard Krajicek, an elf gesetzter Wimbledon-Champion von 1996, verlor gegen den Südafrikaner Wayne Ferreira 7:5, 3:6, 3:6, 6:7 (3:7). Bei den Damen erwischte es die Wimbledon-Siegerin von 1994 und Nummer vier der Setzliste, Conchita Martinez (Spanien), mit 4:6, 1:6 gegen die Kanadierin Sonya Jeyaseelan.
Zufrieden war Anke Huber mit ihrem Spiel nicht, gefährdet aber fühlte sich sich trotz zahlreicher Schwächen und Unkonzentriertheiten nicht: "Ich hatte nie das Gefühl, die Partie verlieren zu können", sagte sie, "ich habe allerdings zu viele leichte Fehler in wichtigen Momenten gemacht." Gegen die 22 Jahre alte Engländerin, Nummer 117 der Tenniswelt und nur durch eine Wildcard ins Hauptfeld gelangt, reichte es nach 1:59 Minuten dennoch zum Sieg.
In der nächsten Runde wartet die Slowenin Tina Pisnik als nächste lösbare Aufgabe, und da kann man sich schon einmal versprechen in dem Durcheinander zwischen ehrlicher Meinung und öffentlicher Vorsicht: "Die nächste Runde wird leicht, aber es wird nicht leicht gegen sie." Gegen die 67. im WTA-Ranking hat sie zwar noch kein offizielles Match bestritten, aber schon öfter trainiert. "Sie hat einen guten Slice und schlägt gut auf", weiß Huber. Dennoch muss es reichen: "Mein Ziel hier sind die letzten 16 - danach wird es ganz schwer." Im Achtelfinale wartet dann Martina Hingis.
Ein erfolgreiches Comeback gelang Martina Navratilova Die 43-jährige Amerikanerin gewann zusammen mit ihrer Partnerin Mariann de Swardt (Südafrika) ihr Auftakt-Doppel gegen Lubomira Bacheva/Amanda Hopmans (Bulgarien/Niederlande) mit 6:3, 6:7 (4:7), 6:4. Das Match war kurzerhand von Court eins auf Platz 18 verlegt worden.
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