Tennis: Kiefer entscheidet nach Doha über Davis-Cup-Teilnahme: Hürden im Achtelfinale sind für deutsches Duo zu packen
zuletzt aktualisiert: 05.01.2000Doha (dpa). In Sachen Daviscup hat Nicolas Kiefer noch immer keine Entscheidung getroffen. Selbst nach dem ersten Sieg im neuen Jahr beim Turnier im Wüstenstaat Katar wollte sich die deutsche Nummer eins nicht auf eine Rückkehr in die Nationalmannschaft festlegen. "Ich entscheide mich nach diesem Turnier", sagte der Weltranglisten-Sechste am Dienstagabend nach dem 7:6 (8:6), 7:6 (8:6)-Erfolg über den Amerikaner Jeff Tarango in Doha. Bei dem mit einer Million Dolar Preisgeld dotierten Hartplatz-Turnier kämpft der Abiturient aus Holzminden neben Vorjahresgewinner Rainer Schüttler (Bad Homburg) am Donnerstag um den Einzug ins Viertelfinale.
Der bei einem Wüstentrip mit einem Jeep verunglückte Schüttler trifft auf Daniel Vacek (Tschechien). "Ich bin unglaublich froh, dass ich noch lebe und so schnell wieder Tennis spielen kann", sagte der Hesse, der Kiefer beim Daviscup-Abstiegsspiel in Rumänien im vergangenen Herbst vertrat, nach seinem 6:2, 7:6 (7:5)-Erfolg über Javier Sanchez (Spanien). Sein Landsmann Kiefer, der gegen den unbequemen Tarango im Großen und Ganzen ordentlich aufspielte, bekommt es mit Cristiano Caratti (Italien) zu tun. Beim ersten großen Turnier der neuen Tennis-Zeitrechnung, bei dem der erste Weltranglisten-Erste nach neuem Modus gekürt wird, hat sich Kiefer viel vorgenommen. "Ich bin bereit, Großes zu leisten", sagte er selbstbewusst.
Seit seinem vielbeachteten Gastspiel bei der ATP-Tour- Weltmeisterschaft in Hannover im November hatte Kiefer kein Tennisspiel mehr bestritten. Erst nach Weihnachten nahm er den Schläger wieder in die Hand. Untätig war der junge Profi jedoch nicht. Er bolzte Kondition und baute die Muskeln im Kraftraum auf. Augenfällig sind Beine und Arme kräftiger geworden. Bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit behielt der 21-Jährige in der Partie gegen Tarango auch die Nerven. In dem 2:04 Stunden dauernden Match wehrte er in jedem Durchgang einen Satzball seines routinierten Gegenspielers ab. Hinterher stellte Kiefer fest: "Ich war sehr zufrieden mit meinem Spiel."
In Sachen Daviscup dagegen gibt Kiefer weiter Rätsel auf. Selbst der Rücktritt des ungeliebten Teamchefs Boris Becker hat seine Entscheidungsfindung nicht beschleunigen können. Unmittelbar nach der Erstrundenpartie im Daviscup gegen die Niederlande in Leipzig vom 4. bis 6. Februar hat "Kiwi" für das Wüstenturnier in Dubai gemeldet. "Es wäre für mich kein Problem da und dort zu spielen", sagte er nun. Dirk Hordorff, der als Sportwart des Deutschen Tennis Bundes (DTB) den Sturz Beckers einleitete, wettet bereits 20 Dollar darauf, dass Kiefer wieder Daviscup spielt. Beim Turnier in Doha hat Hordorff mit seinem Schützling Rainer Schüttler alle Hände voll zu tun. Nach dem Unfall klagt der Vorjahressieger über Schmerzen im Ellenbogen, doch das war nur Nebensache.
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