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Schweden
Ibrahimovic jagt Platinis Rekord

Paris. Schwedens Chancen bei der EM-Endrunde hängen im entscheidenden Maße von seinem Superstar ab. Dem Angreifer fehlen noch drei Treffer zur Torschützen-Bestmarke des Franzosen. Von Martin Moravec und Wolfgang Müller

Paris liegt Zlatan Ibrahimovic längst zu Füßen. Nun möchte der Kapitän der schwedischen Nationalmannschaft auch ganz Frankreich erobern. Gleich in seinem heutigen Auftaktspiel in Gruppe E (18 Uhr/ARD) im Stade de France gegen Irland will der skandinavische EM-Außenseiter verblüffen. "Wenn man nur auf die Gruppe schaut, rechnet man nicht mit unserem Weiterkommen. Du solltest aber nie etwas als selbstverständlich hinnehmen, alles kann passieren", dozierte Schwedens Ausnahmespieler Ibrahimovic.

Alle Augen werden sich auf den Kapitän des EM-Halbfinalisten von 1992 richten. Ibrahimovic, dessen französische Heimat vier Jahre lang der Pariser Prinzenpark von PSG war, überstrahlt bei den Schweden alles. Nur mit ihm in Topform kann die Mannschaft von Nationaltrainer Erik Hamrén in Frankreich Ausrufezeichen setzen.

"Wir sind realistisch genug zu wissen, dass man uns nicht auf dem ersten oder zweiten Platz in der Gruppe sieht", räumte der 58-Jährige ein. "Im Fußball ist aber alles möglich, das wissen selbst Realisten. Wir müssen an uns glauben, und es macht mich froh, dass meine Spieler diesen Glauben haben." Glaube allein ist bei der schweren Gruppe mit dem italienischen Europameister von 1968 und Geheimfavorit Belgien um Regisseur Kevin de Bruyne aber zu wenig.

Und die Iren darf man erst recht nicht vergessen. "Wir wissen, dass es eine harte Gruppe ist. Aber wir wollen auch, dass unsere Kontrahenten sagen: Es ist hart gegen Irland", betonte Assistenzcoach Roy Keane und stachelte die Mannschaft nochmal an mit der Aussage: "Es ist der Job der Spieler, dem Trainer Kopfschmerzen zu bereiten und ihm die Auswahl der Startelf so schwer wie möglich zu machen." Sein Namensvetter Robbie Keane (Wade) und auch Jonathan Walters (Achillessehne) werden wohl trotz Blessuren zur Verfügung stehen.

Vor allem Walters gilt als einer der Schlüsselspieler im Team. Der Angreifer vom englischen Premier-League-Club Stoke City hatte mit seinen beiden Toren zum 2:0-Erfolg im Play-off-Rückspiel gegen Bosnien-Herzegowina die Mannschaft erst zur EM geschossen.

Die Schweden stellen sich auf einen Fight ein. "Sie sind körperlich stark", beschrieb Mittelfeldspieler Jimmy Durmaz einen der Vorzüge der Insulaner. Der Start soll aber unbedingt glücken. "Da Irland wahrscheinlich der schwächste unserer Gruppengegner ist, wäre ein guter Start wichtig", sagte der Hamburger Albin Ekdal. Dann könnte Schweden auch erstmals seit 2004 wieder die Gruppenphase überstehen.

Die Fokussierung der Iren auf Ibrahimovic könnte ein Trumpf werden. Denn der mit 62 Toren unangefochtene Rekordschütze seines Landes beherrscht es auch, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Davon könnten der Leipziger Emil Forsberg, Sunderlands Sebastian Larsson oder der frühere Hamburger Marcus Berg profitieren, den Hamrén wegen seiner Defensivbemühungen höher schätzt als etwa John Guidetti.

Seine vierte EM möchte Ibrahimovic jedoch am liebsten selbst prägen. "Es wird etwas ganz Besonderes, mein Land als Kapitän in dieses Turnier zu führen", räumte der 34-Jährige mit Blick auf seine Zeit bei PSG ein. Im Idealfall wird diese Endrunde für Ibrahimovic sogar zu einem Meilenstein. Denn wie auch Cristiano Ronaldo trennen ihn nur noch drei Treffer von Michel Platini, der mit neun Toren bester EM-Goalgetter ist. Und schon am Montag könnte er sich als erster Spieler bei vier Europameisterschaften als Torschütze eintragen. Diese Superlative will Ibrahimovic gewiss erobern.

Das Spiel der deutschen Mannschaft gegen die Ukraine war beim Druck dieser Ausgabe nicht beendet. Spielberichte und Fotos finden Sie unter www.rp-online.de/sport/em

(dpa)
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