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Sepang
In der Formel 1 brennt es

Hamilton frustriert – Aus nach Motorschaden
Hamilton frustriert – Aus nach Motorschaden FOTO: ap, mdb
Sepang. Lewis Hamilton wird auf dem Weg zum 50. Karrieresieg von einem Motorschaden gestoppt. Nico Rosberg rettet dank Aufholjagd wenigstens Rang drei. Ein Manöver von Sebastian Vettel in der ersten Kurve sorgt für Zündstoff. Von Christian Hollmann

Feuer und Rauch aus dem Heck des Silberpfeils von Lewis Hamilton, nur Schadensbegrenzung für Nico Rosberg. Mercedes hat beim dramatischen Tropenrennen in Sepang den vorzeitigen Team-Titel verpasst und ein sportliches Desaster erlebt. Zunächst zerstörte ein ungestümes Manöver von Landsmann Sebastian Vettel Rosbergs Siegeshoffnungen beim Großen Preis von Malaysia. Dann schrie Hamilton verzweifelt: "No, no, noooo!"

In Führung liegend ließ ihn sein Mercedes im Stich, Hamilton kniete auf dem Rasen und musste den nächsten schweren Rückschlag im WM-Kampf der Formel 1 gegen Rosberg hinnehmen. "Ich kann einfach nicht glauben, dass dieser Motor geplatzt ist", sagte ein verzweifelter Hamilton. "43 Motoren hat Mercedes-Benz gemacht, und es passiert immer nur mir."

Als Dritter kassierte Rosberg 15 Punkte und liegt vor den letzten fünf Saisonrennen 23 Punkte vor dem britischen Titelverteidiger. "Insgesamt hätte ich mir einen besseren Tag gewünscht. In Kurve eins dachte ich schon, es ist alles vorbei. So zurückzukämpfen und aufs Podium zu kommen ist natürlich toll", sagte Rosberg, der auf dem Podium mit zwei bestens gelaunten Red-Bull-Fahrern sogar Schampus aus dem Schuh von Sieger Daniel Ricciardo schlürfte.

Den Sieg sicherte sich der Australier vor seinem Teamkollegen Max Verstappen. Verstappen, der am Freitag 19 Jahre alt geworden war, hatte mit seinem Sieg in Barcelona am 15. Mai als erster in diesem Jahr die Phalanx der Silberpfeile durchbrechen können. Nun nutzte Ricciardo bei seinem vierten Grand-Prix-Erfolg den packenden Rennverlauf. "Ich brauche einen Drink", funkte er an seine Box nach der Zieldurchfahrt.

Rosbergs Ambitionen auf den vierten Sieg in Serie waren schon nach 700 Metern dahin. Der 31 Jahre alte Wiesbadener versuchte, vor der ersten Kurve so nah wie möglich an Pole-Mann Hamilton ranzukommen, der diesmal einen guten Start erwischte. Innen aber kam Vettel angerast, drängte sich in seinem roten Renner an Verstappen vorbei und hielt rücksichtslos Kurs auf der Innenbahn. Nur wurde es dort viel zu eng. Vettel und Rosberg kollidierten, beim Ferrari brach die Vorderradaufhängung, Rosberg drehte sich und sah das komplette Feld an sich vorbeiziehen. "Schade für den Nico, weil der gar nichts dafür kann", konstatierte Vettel. Während Rosberg auf dem Sepang Circuit seine Aufholjagd startete, versuchte Vettel bereits in Bermuda-Shorts seine Aktion zu rechtfertigen und erklärte: "Im Endeffekt bin ich dem Nico reingefahren. Ich konnte den Unfall nicht mehr vermeiden."

Ein Jahr nach seinem ersten Erfolg im Ferrari erreichte Vettel in seiner enttäuschenden und bislang sieglosen zweiten Saison bei der Scuderia damit einen weiteren Tiefpunkt, er ist erstmals in seiner Karriere 22 Rennen ohne Sieg. Die Rennkommissare kündigten eine Untersuchung an.

Und was machte Rosberg? Er wendete mit rauchenden Reifen seinen Wagen und jagte durchs Feld. Nach nicht mal der Hälfte der 56 Runden hatte er sich bereits bis auf Rang fünf vorgearbeitet. Im 38. Umlauf drängte sich Rosberg dann auch noch an Vettels Teamkollegen Kimi Räikkönen vorbei - allerdings mit einer ebenfalls hitzigen Aktion, für die er eine 10-Sekundenstrafe bekam. Sein Vorsprung auf Räikkönen war aber so groß, dass er den Podiumsplatz ins Ziel rettete.

Schlimmer traf es Hamilton, der sich am Samstag souverän die Pole gesichert hatte und konzentrierter denn je wirkte. Der Brite hat erkannt, dass er im Zweikampf mit Rosberg nachlegen muss. Und dann das. In der Mercedes-Box blickten Teamchef Toto Wolff und Teamoberaufseher Niki Lauda rat- und hilflos auf die Bildschirme: Der Motorschaden am Wagen des dreimaligen Weltmeisters kam ohne jede Warnung. "Irgendjemand muss mir darauf mal ein paar Antworten geben, denn das ist nicht akzeptabel", forderte Hamilton.

Nutznießer der prominenten Ausfälle waren Nico Hülkenberg, der es im Force India auf Rang acht schaffte und Pascal Wehrlein im Manor auf Platz 15.

(dpa)
 
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